Wie oft Stuhlgang gesund ist: Studie nennt den optimalen Bereich

Dr. Karen ZoufalRüdiger Freund  |  03.08.2026 12:09 Uhr

Eine große Studie mit mehr als 1.400 gesunden Erwachsenen zeigt: Wer ein- bis zweimal täglich Stuhlgang hat, weist besonders häufig eine gesunde Darmflora auf. Sowohl Verstopfung als auch häufiger Durchfall gingen dagegen mit ungünstigen Veränderungen im Stoffwechsel einher.

Mann, hält sich zwei Klorollen vor die Augen.
Wissenschaftler haben untersucht, wie viele Toilettengänge pro Tag mit einer guten Gesundheit zusammenhängen.
© Kira-Yan/iStockphoto

Ein- bis zweimal täglich Stuhlgang besonders günstig

Medizinische Untersuchungen zum Stuhlgang richten ihr Augenmerk meist auf Erkrankungen, die mit Verstopfung oder Durchfall einhergehen. Jenseits davon werden diese Symptome häufig nur als „Ärgernis“ betrachtet, berichtet Sean Gibbons vom Institut für Systembiologie in Seattle. Als günstig erwies sich in seiner Forschung ein bis zwei Mal täglicher Stuhlgang. Sowohl seltener als auch deutlich häufiger zeigten sich Auffälligkeiten bei Stoffwechsel und Darmflora.

Warum Verstopfung den Stoffwechsel belastet

Die Forschungsergebnisse von Gibbons Teams zeigen, dass bei ansonsten gesunden Menschen mit Verstopfung und Darmträgheit vermehrt potenziell nierenschädliche Stoffwechselprodukte wie Kresolsulfat und Indoxylsulfat im Blut zu finden sind. Der Grund dafür ist, dass Mikroorganismen diese Substanzen bilden, wenn der Stuhl zu lange im Darm verweilt. Bei Durchfall scheidet der Körper dagegen viel Gallensäure aus, die die Leber normalerweise recyceln würde, da sie für die Aufnahme von Fett aus der Nahrung wichtig sind.

Diese Gewohnheiten fördern einen gesunden Darm

Die gesündeste Darmflora hatten Menschen mit ein bis zwei Darmentleerungen pro Tag. Dies war bei Menschen mit einem gesunden Lebensstil häufiger der Fall: „Mehr Obst und Gemüse zu essen war das deutlichste Signal, das wir sahen, zusammen mit viel Wasser trinken, regelmäßiger körperlicher Betätigung und einer pflanzenbasierten Ernährung“, sagte Gibbons.

Er hat mit seinem Team zahlreiche Daten wie Blutwerte, Zusammensetzung der Darmflora, Genetik, Ernährung, Gesundheit und Lebensstil und Lebensstil von über 1.400 Gesunden ausgewertet und nach Zusammenhängen mit der Häufigkeit des Stuhlgangs gesucht. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Cell Reports Medicine" veröffentlicht.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass jeder Mensch täglich genau zweimal Stuhlgang haben muss. Häufigkeit und Verdauung unterscheiden sich individuell. Die Studie deutet aber darauf hin, dass anhaltende Verstopfung oder häufiger Durchfall auch bei sonst gesunden Menschen Hinweise auf Veränderungen im Stoffwechsel geben können. 

Die Studie zeigt Zusammenhänge, beweist aber keine Ursache. Weil es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich nicht sagen, ob eine veränderte Stuhlhäufigkeit die Organfunktion beeinflusst oder ob andere Faktoren dafür verantwortlich sind. Die Forscher betonen, dass ihre Ergebnisse in Interventionsstudien überprüft werden müssen. Ob eine gezielte Veränderung der Stuhlgewohnheiten das Risiko für chronische Erkrankungen tatsächlich senkt, ist derzeit offen.

Quelle: DOI 10.1016/j.xcrm.2024.101646

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Frauengesundheit

Im Fokus diesmal: Sonnenbrillen mit UV-Schutz, mögliche Ursachen für Hüftschmerzen sowie die Frage,…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben