Süßstoffe sparen Kalorien und lassen den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen. Doch sind sie deshalb gesünder als Zucker – und helfen sie beim Abnehmen? Die Forschung liefert darauf keine einfache Antwort. Innerhalb der empfohlenen Höchstmengen gelten zugelassene Süßstoffe jedoch als sicher.
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die aktuelle Studienlage zusammengefasst. Das ist über die Auswirkungen auf Gewicht, Diabetesrisiko, Krebsrisiko und Darmflora bekannt.
Helfen Süßstoffe beim Abnehmen?
Wer Zucker durch Süßstoffe ersetzt, nimmt häufig weniger Kalorien auf. Dennoch zeigen Studien kein einheitliches Bild, wie gut sie beim Abnehmen helfen. In der SWEET-Studie mit 341 Erwachsenen und 38 Kindern mit Übergewicht oder Adipositas konnten Erwachsene aus der Süßstoff-Gruppe nach einem Jahr eine um 1,6 Kilogramm größere Gewichtsabnahme halten als die Kontrollgruppe. Bei den Kindern gab es keinen signifikanten Unterschied.
Eine neuere Auswertung von insgesamt 19 kontrollierten Interventionsstudien ergab hingegen einen Gewichtsverlust bei Menschen mit Diabetes, aber nicht bei Menschen mit Adipositas. Auch eine Übersichtsarbeit der WHO ergab keine eindeutigen langfristigen Vorteile. Die Organisation rät deshalb davon ab, Süßstoffe gezielt zur Gewichtskontrolle einzusetzen.
Erhöhen Süßstoffe das Risiko für Diabetes?
Einige Beobachtungsstudien verbinden einen höheren Konsum süßstoffhaltiger Getränke mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes und erhöhten Nüchternblutzuckerwerten. Sie können aber nicht beweisen, dass die Süßstoffe dafür verantwortlich sind.
Möglich ist auch eine umgekehrte Erklärung: Menschen mit Übergewicht oder Diabetes greifen womöglich häufiger zu Light-Produkten, um Zucker und Kalorien einzusparen. Nach Angaben der DGE ist die Datenlage zu möglichen langfristigen Auswirkungen auf den Stoffwechsel daher weiterhin uneinheitlich.
Ist Aspartam krebserregend?
Die WHO stufte Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend“ ein. Das beschreibt eine mögliche Gefahr, sagt aber nicht aus, wie hoch das tatsächliche Krebsrisiko bei üblichen Verzehrmengen ist. Die bisherigen Risikobewertungen von BfR und EFSA bestätigten den Krebsverdacht nicht.
Innerhalb der zugelassenen Höchstmengen gelten Süßstoffe nach derzeitiger Risikobewertung als sicher. Ein Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Ein 70 Kilogramm schwerer Mensch würde den ADI laut Quelle erst mit 17 Dosen Diätlimonade zu je 330 Millilitern und 162 Milligramm Aspartam erreichen. Diese Angabe ist allerdings keine Empfehlung, solche Mengen zu trinken.
Was machen Süßstoffe mit der Darmflora?
Auch mögliche Wirkungen auf das Darmmikrobiom werden untersucht. In Tierversuchen veränderten einige Süßstoffe die Zusammensetzung der Darmbakterien, teilweise allerdings bei sehr hohen Dosierungen. Untersuchungen am Menschen kamen bisher zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ob Süßstoffe die Darmflora und den Stoffwechsel langfristig beeinflussen, ist deshalb noch nicht abschließend geklärt.
Was bedeutet das für den Einsatz von Süßstoffen im Alltag?
Süßstoffe können dabei helfen, Zucker und Energie einzusparen, ohne den Blutzuckerspiegel stark zu erhöhen. Ein gesundheitlicher Nutzen ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch. Nach Einschätzung der DGE können Süßungsmittel ein Baustein sein, um den Zuckerkonsum zu senken.
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