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Homöopathie aus Pflanzen: 9 bekannte pflanzliche Ausgangsstoffe

23.09.2026 09:50 Uhr

Eisenhut, Arnika oder Tollkirsche: Zahlreiche homöopathische Arzneimittel werden aus Pflanzen hergestellt. Neun bekannte Beispiele und die Beschwerden, denen sie in der homöopathischen Lehre traditionell zugeordnet werden.

Johanniskraut-Blüten
Johanniskraut (Hypericum perforatum) dient unter anderem als Ausgangsstoff für homöopathische Zubereitungen.
© Thorsten Schier - Fotolia

Homöopathie und Pflanzenheilkunde sind nicht dasselbe

Viele homöopathische Arzneimittel haben einen pflanzlichen Ausgangsstoff. Trotzdem ist Homöopathie nicht mit Pflanzenheilkunde, der sogenannten Phytotherapie, gleichzusetzen.

Bei pflanzlichen Arzneimitteln werden Pflanzen oder Pflanzenteile beziehungsweise daraus hergestellte Zubereitungen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eingesetzt. Homöopathische Mittel werden dagegen nach den Regeln der Homöopathie hergestellt und dabei in der Regel schrittweise verdünnt und verschüttelt beziehungsweise verrieben. Dieser Vorgang wird als Potenzierung bezeichnet. Pflanzliche Arzneimittel und Homöopathika unterscheiden sich also deutlich.

Auch tierische und mineralische Stoffe dienen als Ausgangsmaterial für Homöopathika. Beispiele sind Apis aus der Honigbiene, Sepia aus dem Sekret des Tintenfischs oder Calcium phosphoricum aus Calciumphosphat.

9 pflanzliche Ausgangsstoffe der Homöopathie

Aconitum (Eisenhut): In der Homöopathie wird Aconitum traditionell mit plötzlich auftretenden Beschwerden in Verbindung gebracht. Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehören beispielsweise plötzlich einsetzende fieberhafte Beschwerden, Unruhe und Angst.

Arnica (Arnika oder Bergwohlverleih): Arnica gehört zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln. Im homöopathischen Arzneimittelbild wird die Pflanze vor allem Verletzungen und deren Folgen zugeordnet, beispielsweise Prellungen, Quetschungen und Muskelbeschwerden.

Belladonna (Tollkirsche): Zum homöopathischen Arzneimittelbild von Belladonna gehören plötzlich auftretende Beschwerden, die unter anderem mit Hitzegefühl, gerötetem Gesicht oder pochenden Schmerzen verbunden sein können.

Chamomilla (Kamille): Chamomilla wird in der Homöopathie unter anderem Beschwerden beim Zahnen sowie krampfartigen Bauch- und Menstruationsbeschwerden zugeordnet. Zum traditionellen Arzneimittelbild gehören außerdem ausgeprägte Unruhe und Reizbarkeit.

Hypericum (Johanniskraut): In der Homöopathie wird Hypericum traditionell Beschwerden nach Verletzungen in Bereichen mit vielen Nerven zugeordnet, etwa an Fingern oder Zehen. Homöopathische Hypericum-Zubereitungen sind von pflanzlichen Johanniskraut-Arzneimitteln zu unterscheiden.

Nux vomica (Brechnuss): Das homöopathische Arzneimittelbild umfasst unter anderem Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen, die beispielsweise nach üppigem Essen oder Alkoholkonsum auftreten. Auch Stress und Reizbarkeit werden dem Arzneimittelbild zugeordnet.

Okoubaka: Homöopathische Zubereitungen aus der Rinde des westafrikanischen Baumes Okoubaka aubrevillei werden traditionell vor allem Magen-Darm-Beschwerden zugeordnet.

Pulsatilla (Küchenschelle): Zum homöopathischen Arzneimittelbild von Pulsatilla gehören unterschiedliche Beschwerden des Verdauungstrakts sowie Menstruationsbeschwerden. Auch bestimmte Gemütsmerkmale wie Empfindsamkeit und ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Zuwendung spielen bei der homöopathischen Auswahl des Mittels eine Rolle.

Rhus toxicodendron (Giftsumach): Rhus toxicodendron wird in der Homöopathie traditionell vor allem Schmerzen und Steifigkeit des Bewegungsapparats zugeordnet. Zum Arzneimittelbild gehören Beschwerden, die sich nach Ruhe verstärken und durch Bewegung verändern.

Was bei der Anwendung zu beachten ist

Die genannten Anwendungsbereiche stammen aus der homöopathischen Lehre und den dort beschriebenen Arzneimittelbildern. Sie sind nicht mit wissenschaftlich nachgewiesenen Anwendungsgebieten gleichzusetzen, da für homöopathische Mittel ein solcher Wirkungsnachweis nicht existiert. Auch die Tatsache, dass der Ausgangsstoff einer Pflanze entstammt, erlaubt keine Rückschlüsse auf die Wirkung einer homöopathischen Zubereitung. 

Wer homöopathische Arzneimittel verwenden möchte, kann sich in der Apotheke beraten lassen. Insbesondere bei starken, ungewöhnlichen oder länger anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt und eine notwendige Behandlung nicht verzögert werden.

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