Suchen Sie in unseren Ratgebern nach Informationen rund um Gesundheit, Medizin und Ernährung
Hier finden Sie Notfallapotheken in Ihrer Nähe
Notdienstsuche
Hier finden Sie Apotheken in Ihrer Nähe
Apothekensuche

aponet.de wurde mit dem Focus Money Award 2025 ausgezeichnet!

Zum Focus Report
Impressum Datenschutz

Homöopathie: Was Globuli, Potenzen und das Ähnlichkeitsprinzip bedeuten

Rüdiger Freund Apothekerin Brigitte M. Gensthaler  |  29.09.2026 17:18 Uhr

Homöopathische Arzneimittel werden nach besonderen Verfahren hergestellt und häufig stark verdünnt. Was hinter dem Ähnlichkeitsprinzip steckt, was D6, D12 oder C30 bedeuten und wie Homöopathika sich von pflanzlichen Arzneimitteln unterscheiden.

Pipettenflaschen für die Homöopathie
Pipettenflaschen werden unter anderem für flüssige homöopathische Arzneimittel verwendet.
© flashpics - Fotolia

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) zurück. Er entwickelte die Methode Ende des 18. Jahrhunderts. Heute sind Herstellung und Qualität homöopathischer Arzneimittel in Deutschland durch entsprechende Vorschriften geregelt. Dazu gehört das Homöopathische Arzneibuch (HAB).

Homöopathie ist nicht mit Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) gleichzusetzen. Zwar dienen zahlreiche Pflanzen als Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneimittel. Verwendet werden aber auch mineralische und tierische Ausgangsstoffe.

Beispiele sind Ringelblume (Calendula officinalis), Wiesenküchenschelle (Pulsatilla pratensis) oder Tollkirsche (Atropa belladonna). Auch Ausgangsstoffe tierischen Ursprungs wie Spanische Fliege (Cantharis) und Honigbiene (Apis mellifica) kommen zum Einsatz. Beispiele für mineralische Ausgangsstoffe sind Kieselsäure (Silicea), Eisenphosphat (Ferrum phosphoricum) und Kochsalz (Natrium muriaticum).

Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie

Ein Grundgedanke der Homöopathie ist das sogenannte Ähnlichkeits- oder Simile-Prinzip. Hahnemann formulierte dafür den Grundsatz „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“. Nach dieser Vorstellung soll eine Substanz, die bei einem Gesunden bestimmte Beschwerden hervorrufen kann, in homöopathischer Zubereitung gegen ähnliche Beschwerden eingesetzt werden.

Ein häufig genanntes Beispiel ist die Brennnessel: Der Kontakt mit ihr kann juckende Quaddeln auf der Haut hervorrufen. Nach dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip wird deshalb die homöopathisch aufbereitete Brennnessel (Urtica urens) bei entsprechenden Hautbeschwerden eingesetzt.

Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass homöopathische Mittel über einen Placeboeffekt hinaus wirken, liegt jedoch nicht vor. Das homöopathische Ähnlichkeitsprinzip ist daher von wissenschaftlich belegten Wirkmechanismen von Arzneimitteln zu unterscheiden.

Was bedeuten D6, D12 und andere Potenzen?

Typische Darreichungsformen homöopathischer Mittel sind Globuli, Tropfen und Tabletten. Daneben gibt es beispielsweise Salben und Augentropfen. Kennzeichnend für die Herstellung ist die sogenannte Potenzierung. Dabei wird ein Ausgangsstoff nach festgelegten Verfahren schrittweise verdünnt und verschüttelt beziehungsweise verrieben.

Die Buchstaben D und C bezeichnen unterschiedliche Verdünnungsschritte. Bei einer D-Potenz erfolgt jeder Schritt im Verhältnis 1 zu 10, bei einer C-Potenz im Verhältnis 1 zu 100. Die nachfolgende Zahl gibt an, wie oft dieser Vorgang durchgeführt wurde. D6 bezeichnet also sechs aufeinanderfolgende Verdünnungsschritte im Verhältnis 1 zu 10, D12 entsprechend zwölf.

Nach der homöopathischen Lehre soll die Wirkung eines Mittels durch die Potenzierung zunehmen. Naturwissenschaftlich lässt sich diese Annahme nicht belegen. Bei hohen Potenzen kann die Verdünnung zudem so groß sein, dass sich rechnerisch kein Molekül des ursprünglichen Ausgangsstoffs mehr in der Zubereitung befinden muss.

Homöopathische Arzneimittel: Zulassung und Registrierung

Homöopathika gelten in Deutschland rechtlich als Arzneimittel. Für ihren Marktzugang gelten besondere Vorschriften.

Registrierte homöopathische Arzneimittel werden ohne Angabe eines bestimmten Anwendungsgebiets angeboten. Für ihre Registrierung ist kein Nachweis einer therapeutischen Wirksamkeit erforderlich. Soll ein homöopathisches Arzneimittel dagegen mit einem konkreten Anwendungsgebiet angeboten werden, benötigt es eine entsprechende Zulassung.

Wer Homöopathika bei Beschwerden einsetzen möchte, kann sich in der Apotheke zur Auswahl und Anwendung beraten lassen. Bei starken, ungewöhnlichen oder länger anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Gesellschaft

Im Fokus diesmal: Wie die richtige Ernährung das biologische Alter beeinflusst, was ein zu helles…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben