Aconitum, Belladonna oder Allium cepa: In der Homöopathie werden bei Erkältungen je nach Beschwerdebild unterschiedliche Mittel verwendet. Welche Präparate traditionell Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten zugeordnet werden.

Erkältungen werden meist durch Viren verursacht und klingen in der Regel von selbst wieder ab. Typische Beschwerden sind Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit. Manchmal kommt Fieber hinzu.
In der klassischen Homöopathie richtet sich die Auswahl eines Mittels nach dem individuellen Beschwerdebild. Neben den eigentlichen Symptomen werden beispielsweise Begleitumstände und das allgemeine Befinden berücksichtigt. Die daraus abgeleiteten Zuordnungen sind Teil der homöopathischen Lehre. Eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel über einen Placeboeffekt hinaus ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Fieber kann bei einem Infekt auftreten und ist zunächst eine natürliche Reaktion des Körpers. In der Homöopathie werden fieberhaften Erkältungen verschiedene Mittel zugeordnet.
Aconitum (Eisenhut): Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehören plötzlich einsetzende Beschwerden mit raschem Fieberanstieg, heißer, trockener Haut sowie Unruhe und Angst.
Belladonna (Tollkirsche): Wird in der Homöopathie ebenfalls plötzlich auftretenden fieberhaften Beschwerden zugeordnet. Zum Arzneimittelbild gehören unter anderem ein gerötetes, heißes Gesicht, Schwitzen und pochende Schmerzen.
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat): Wird nach der homöopathischen Lehre eher bei langsam beginnenden Infekten und mäßig ausgeprägten fieberhaften Beschwerden eingesetzt.
Eupatorium (Wasserdost): Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehören fieberhafte Infekte, die von ausgeprägten Glieder- und Muskelschmerzen begleitet werden.
Die genannten Beschwerdebilder dienen in der Homöopathie zur Auswahl eines Mittels. Sie sind keine wissenschaftlich nachgewiesenen Anwendungsgebiete.
Auch bei Schnupfen unterscheidet die Homöopathie verschiedene Beschwerdebilder.
Allium cepa (Küchenzwiebel): Wird traditionell einem starken Fließschnupfen mit wässrigem Nasensekret zugeordnet. Zum Arzneimittelbild gehören gereizte Haut an Nase und Oberlippe sowie tränende Augen.
Euphrasia (Augentrost): Wird in der Homöopathie vor allem Beschwerden mit tränenden, gereizten oder brennenden Augen und begleitendem Schnupfen zugeordnet.
Luffa (Schwammgurke): Gehört zu den homöopathischen Mitteln, die traditionell sowohl bei einer trockenen, verstopften Nase als auch bei Fließschnupfen verwendet werden.
Sambucus nigra (Schwarzer Holunder): Wird in der Homöopathie insbesondere einer stark verstopften Nase zugeordnet.
Halsschmerzen und Heiserkeit gehören ebenfalls zu den typischen Begleiterscheinungen einer Erkältung. Meist stecken Viren dahinter.
Aconitum (Eisenhut): Wird nach der homöopathischen Lehre unter anderem plötzlich einsetzenden Halsbeschwerden und Heiserkeit zugeordnet.
Belladonna (Tollkirsche): Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehören starke Halsschmerzen mit gerötetem Rachen sowie trockenen Schleimhäuten.
Phytolacca (Kermesbeere): Wird traditionell bei Halsbeschwerden mit stark gerötetem Rachen und Schluckbeschwerden verwendet.
Apis (Honigbiene): Wird in der Homöopathie Beschwerden mit geschwollener Rachenschleimhaut sowie brennenden oder stechenden Schmerzen zugeordnet.
Arum triphyllum (Dreiblättriger Aronstab): Gehört zu den homöopathischen Mitteln, die traditionell bei Heiserkeit und stark beanspruchter Stimme verwendet werden.
Eine gewöhnliche Erkältung heilt meist von selbst aus. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind, sich deutlich verschlechtern oder über längere Zeit nicht bessern. Das gilt beispielsweise bei hohem oder länger anhaltendem Fieber, Atemnot, starken Schmerzen oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Auch starke Ohrenschmerzen sollten abgeklärt werden.
Homöopathische Mittel können eine notwendige medizinische Untersuchung und Behandlung nicht ersetzen. Wer sie bei Erkältungsbeschwerden verwenden möchte, kann sich in der Apotheke zur Anwendung des jeweiligen Präparats beraten lassen.
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