So funktioniert der Geh-Trend
Beim Lymphatic Walking geht man langsam und achtet besonders auf drei Punkte:
- eine aufrechte Körperhaltung
- eine tiefe Bauchatmung
- locker mitschwingende Arme
Empfohlen werden zehn bis 30 Minuten täglich, vorzugsweise nach dem Essen. Eine eigenständige Trainingsmethode steckt also nicht dahinter. Lymphatic Walking kombiniert gewöhnliches langsames Gehen mit bewusster Haltung und Atmung.
Warum Gehen den Lymphfluss unterstützt
Anders als das Herz-Kreislauf-System besitzt das Lymphsystem keine eigene Pumpe, die die Lymphflüssigkeit kontinuierlich durch den Körper befördert. Der Transport der Lymphflüssigkeit wird unter anderem durch Muskelbewegungen und die Atmung unterstützt. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität den Lymphtransport anregen kann. Ob langsames ‚Lymphatic Walking‘ mit tiefer Bauchatmung und mitschwingenden Armen dabei besser wirkt als gewöhnliches Gehen, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt.
Beim Gehen wirkt insbesondere die Wadenmuskulatur wie eine Pumpe für die Lymphe. Auch eine tiefe Zwerchfellatmung soll den Lymphtransport unterstützen. Der Mechanismus gilt als plausibel, wissenschaftlich ist eine zusätzliche Wirkung der tiefen Atmung beim Gehen bislang aber nur unzureichend untersucht.
Was Lymphatic Walking kann und was nicht
Regelmäßiges Gehen kommt nicht nur der Lymphtätigkeit zugute. Es unterstützt auch das Herz-Kreislauf-System, verbraucht Kalorien und kann die Verdauung fördern. Neu sind diese gesundheitlichen Vorteile jedoch nicht: Auch normales Gehen oder Wandern hat diese Effekte.
Einige Versprechen in sozialen Medien sind zudem überzogen oder falsch. Lymphatic Walking „entgiftet“ den Körper nicht, und auch die Lymphe wird dadurch nicht „gereinigt“. Wer wegen des Trends täglich zehn bis 30 Minuten spazieren geht, tut seiner Gesundheit trotzdem etwas Gutes. Den Zusatz ‚lymphatisch‘ braucht es für diese positiven Effekte allerdings nicht.