Fast 4000 Erwachsene trainierten ihr Gehirn über drei Jahre täglich nur fünf bis 15 Minuten. Das Ergebnis überraschte die Forscher: Die geistige Gesundheit verbesserte sich in allen Altersgruppen, sogar bei Teilnehmern über 90 Jahren.

Viele Menschen halten geistigen Abbau im Alter für unvermeidlich. Forschende der University of Texas in Dallas stellen diese Annahme nun infrage. Ihre Untersuchung deutet darauf hin, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit in jedem Lebensalter verbessern lässt. Besonders deutlich fielen die Verbesserungen bei Teilnehmern aus, die zu Beginn die niedrigsten Werte hatten.
Das Team begleitete fast 4000 Erwachsene im Alter von 19 bis 94 Jahren über drei Jahre. Die Teilnehmenden absolvierten täglich kurze Übungen zum Gehirntraining, die nur fünf bis 15 Minuten in Anspruch nahmen. Um Veränderungen zu erfassen, nutzten die Forschenden einen eigens entwickelten Index, der mehrere Bereiche der geistigen Gesundheit abbildet: gedankliche Klarheit, emotionales Gleichgewicht sowie das Gefühl von Verbundenheit und Sinn. Verglichen wurden dabei die Werte jedes Teilnehmenden mit seinen eigenen früheren Ergebnissen.
Das Ergebnis: Über die drei Jahre verbesserte sich die geistige Gesundheit messbar, und zwar in allen Altersgruppen. Besonders auffällig: Wer mit den niedrigsten Ausgangswerten startete, erzielte die größten Zuwächse. Aber auch Teilnehmende, die bereits auf hohem Niveau begannen, verbesserten sich noch.
Den stärksten Einfluss auf den Erfolg hatte dabei nicht das Alter, das Geschlecht oder die Bildung, sondern das eigene Engagement. „Jedes Gehirn ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck und hat Potenzial für Wachstum", sagt Studienautorin Lori Cook. Die geistige Gesundheit lasse sich in jedem Alter aktiv fördern.
Die Studie macht Mut: Es ist offenbar nie zu spät, etwas für das eigene Gehirn zu tun. Schon wenige Minuten geistige Aktivität am Tag können sich lohnen.
Einschränkend gilt, dass die Studie ohne Vergleichsgruppe durgeführt wurde und die Teilnehmenden keine repräsentative Auswahl der Bevölkerung waren. Wie gut sich die Ergebnisse verallgemeinern lassen, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Quelle: DOI: 10.1038/s41598-026-51403-3
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