Ein Team der University of Arizona nutzte Daten von mehr als 23.000 Personen mittleren bis höheren Alters aus einer großen biomedizinischen Datenbank.
Mehr als 23.000 Erwachsene über neun Jahre beobachtet
Die Teilnehmenden hatten einen Fragebogen Schlafdauer, Nickerchen am Tag, Schlaflosigkeit, unbeabsichtigtem Einnicken am Tag und Schnarchen ausgefüllt. Rund neun Jahre später erhielten die Teilnehmenden eine MRT-Untersuchung des Gehirns. Die Forschenden bestimmten dabei das Volumen kleiner Läsionen in einem bestimmten Hirnareal, das mit zunehmendem Alter größer wird und mit einem höheren Risiko für Demenzen wie Alzheimer in Verbindung gebracht wird.
Diese drei Schlafgewohnheiten standen mit mehr Hirnveränderungen in Verbindung
Nachdem die Forschenden andere Einflussfaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel herausgerechnet hatten, blieben drei Schlafverhalten mit mehr Hirnveränderungen verbunden:
- Eine Schlafdauer außerhalb der empfohlenen sieben bis neun Stunden, vor allem deutlich weniger als sieben Stunden
- Häufige Nickerchen tagsüber
- Häufige Schlaflosigkeit
Schnarchen und unbeabsichtigtes Einschlafen am Tag zeigten keinen eigenständigen Zusammenhang.
Was die Studie über Nickerchen zeigt
Die Studie kann nicht beweisen, dass Nickerchen oder schlechter Schlaf direkt zu Veränderungen im Gehirn führen, weil es sich nur um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie zeigt aber, dass Schlafgewohnheiten und Hirngesundheit eng zusammenhängen.
Studienautor Gene Alexander betont: „Schlaf ist einer dieser potenziell beeinflussbaren Risikofaktoren. Wenn wir die Qualität unseres Schlafs verbessern können, könnte das dazu beitragen, die Auswirkungen der Gehirnalterung zu verringern und vielleicht sogar das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer zu senken."
Schlafprobleme ernst nehmen
Wer regelmäßig zu wenig schläft, häufig tagsüber nickt oder unter Schlafproblemen leidet, sollte den Schlaf also nicht als Nebensache abtun. Bei anhaltenden Schlafproblemen lohnt sich das Gespräch mit dem Arzt, um mögliche Ursachen abklären zu lassen.
Quelle: DOI 10.1002/alz.71457