Bereits nach dem Konsum von zwei erhitzten Tabaksticks stellten Forscher Veränderungen an Blutgefäßen und Erbgut fest. Auch der Blutdruck stieg deutlich. Eine Studie der Universitätsmedizin Mainz liefert damit neue Hinweise auf die Gesundheitsrisiken von Tabakerhitzern.

Die Studie weist auf unmittelbare Auswirkungen hin, die bereits nach einmaligem Konsum von erhitztem Tabak auftraten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine akute Exposition ausreichte, um bei ansonsten gesunden Rauchenden Gefäßfunktionsstörungen, Stoffwechselstörungen und genetische Schäden auszulösen“, sagt die Studienleiterin Dr. Lea Strohm, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz. Die Forschungsergebnisse wurden im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht.
An der Studie nahmen 30 gesunde erwachsene Raucherinnen und Raucher teil. Die Teilnehmenden gaben Blutproben ab, ließen ihren Blutdruck messen und ihre Blutgefäße mittels Ultraschall untersuchen. Im Anschluss konsumierten sie zwei Tabaksticks mit einem Tabakheizgerät. Danach wiederholten die Forschenden die Untersuchungen und verglichen die Ergebnisse mit den Ausgangswerten. Nach dieser einmaligen Konsumphase stieg der Blutdruck der Teilnehmenden, die Blutgefäße waren weniger elastisch und die Sauerstoffsättigung in den Venen sank von 71 auf 46 Prozent. Darüber hinaus fanden die Forschenden DNA-Schäden an Blutzellen sowie Hinweise auf oxidativen Stress.
Erhitzter Tabak erzeugt zwar weniger Verbrennungsprodukte, doch das konsumierte Nikotin schädigt weiterhin die Gefäßinnenwand, erhöht den Blutdruck und begünstigt Arteriosklerose, erklärt der Mitautor Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Senior-Professor am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz. „Kein nikotinhaltiges Produkt, egal ob geraucht, erhitzt, verdampft oder resorbiert, kann als sicher für das Herz und die Blutgefäße angesehen werden“, sagt Thomas Münzel.
Um zu untersuchen, wie lange diese beobachteten Effekte anhalten, sind laut Forschenden größere Langzeitstudien erforderlich. Die Forschenden sprechen sich für die Berücksichtigung sämtlicher nikotinhaltiger Produkte in der Gesundheitspolitik sowie für einen einheitlichen Regulierungsrahmen aller Nikotinprodukte aus. Dazu zählen Aromabeschränkungen, Werbeverbote und Rauchverbote.
Quelle: DOI 10.1093/eurjpc/zwag524
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