Vier zusätzliche Rauchstopps pro 100 Personen
Für die Übersichtsarbeit wertete das Forschungsteam 80 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Für nikotinhaltige E-Zigaretten gibt es nach Einschätzung der Forschenden sehr verlässliche Belege, dass sie beim Rauchstopp wirksamer sind als eine Nikotinersatztherapie mit Pflastern oder Kaugummis. Pro 100 Personen schafften es mit E-Zigaretten etwa vier zusätzliche Menschen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gegenüber nikotinfreien E-Zigaretten waren es etwa zwei zusätzliche erfolgreiche Rauchstopps.
Auch im Vergleich zu alleiniger Verhaltensunterstützung – etwa Einzelberatungen oder Gruppenprogrammen – oder ganz ohne Unterstützung waren die Erfolgsraten mit E-Zigaretten höher. Diese Ergebnisse sind wegen möglicher Verzerrungen in den Studien allerdings weniger sicher.
Langzeitrisiken von E-Zigaretten bleiben offen
Die Auswertung ergab keine Hinweise darauf, dass bei der Verwendung von E-Zigaretten zum Rauchstopp mehr schwerwiegende gesundheitliche Schäden auftraten. Es gibt aber immer wieder Studien, die über Gesundheitsrisiken bei E-Zigaretten berichten – beispielsweise in Bezug auf Asthma. Für eine abschließende Bewertung seien jedoch längere Studien notwendig. Zudem gelten die Ergebnisse nur für regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten, nicht für illegale Produkte oder Varianten mit anderen Substanzen wie THC.
„Obwohl nikotinhaltige Vapes wahrscheinlich nicht völlig risikofrei sind, sind sie weniger schädlich als Rauchen. Das ist für Menschen, die weiterhin Tabak rauchen, der wichtigste Vergleich“, sagt Studienleiterin Dr. Nicola Lindson von der Universität Oxford.
Vapes als Alternative, wenn andere Methoden nicht helfen
Die Forschenden betonen, dass E-Zigaretten nicht für jeden die beste Methode sind. Für bereits nikotinabhängige Rauchende könnten sie aber eine weitere Möglichkeit sein, wenn andere Hilfsmittel nicht zum Erfolg geführt haben. Wer aufhören möchte, sollte sich zu geeigneten Angeboten in Apotheken oder unabhängigen Beratungsstellen beraten lassen. Die medizinischen Leitlinien zur Tabakentwöhnung in Deutschland sehen eine Verhaltenstherapie vor, meist als Gruppentherapie und oft kombiniert mit Nikotinersatzprodukten.
Quelle: DOI: 10.1002/14651858.CD010216.pub11