Ein MRT-Bild erklärt die Schmerzen oft nicht
Bildgebende Untersuchungen zeigen zwar Veränderungen im Inneren der Schulter. Wie stark diese ausgeprägt sind, sagt jedoch häufig wenig über die Beschwerden aus: Eine auf dem Scan stark verändert wirkende Schulter kann kaum wehtun, während eine weitgehend unauffällige Schulter erhebliche Schmerzen bereiten kann. Das berichten Forschende der Monash University, Melbourne, Australien im Journal JAMA Internal Medicine.
Viele sichtbare Veränderungen sind zudem normale Alterserscheinungen – vergleichbar mit grauen Haaren oder Falten. Werden sie vorschnell als Ursache der Schmerzen angesehen, kann dies unnötige Sorgen, Überdiagnosen und überflüssige Behandlungen nach sich ziehen. Frühe Scans verbessern der Übersicht zufolge die langfristige Genesung nicht.
Zunächst ernsthafte Ursachen ausschließen
Sinnvoller ist es, die Art der Beschwerden und die Vorgeschichte genau zu betrachten. Ärztinnen und Ärzte sollten dabei schwerwiegende Ursachen wie Infektionen, Tumoren oder Knochenbrüche ausschließen. Liegen keine entsprechenden Warnzeichen vor, profitieren viele Betroffene vor allem von verständlichen Informationen, Unterstützung beim Umgang mit den Beschwerden und ausreichend Zeit zur Genesung.
Schulteroperation häufig ohne zusätzlichen Nutzen
Auch eine verbreitete Schulteroperation, bei der Knochen und Gewebe entfernt werden, um mehr Platz für die Sehnen zu schaffen, brachte laut der Forschenden in hochwertigen Studien keinen nennenswerten Vorteil gegenüber einem Scheineingriff. Schmerzen entstehen demnach nicht immer durch ein anatomisches Problem, das sich operativ beheben lässt.
Was empfehlen die Forschenden bei Schulterproblemen?
Bei Bedarf kann eine entzündungshemmende Behandlung mit nicht steroidalen Antirheumatika sinnvoll sein. Wichtig ist, Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und gemeinsam zu besprechen, wie sich die Schulter im Alltag gut entlasten und die Genesung unterstützen lässt – und der Faktor Zeit.