Studie warnt: E-Zigaretten könnten frühen Asthmabeginn fördern

Dr. Karen Zoufal  |  21.04.2026 15:29 Uhr

E-Zigaretten gelten oft als die „mildere“ Alternative zum Rauchen. Neue Studien zeigen jedoch ein anderes Bild: Wer dampft, könnte deutlich früher an Asthma erkranken. Was die Forschung dazu sagt und warum gerade junge Menschen genauer hinschauen sollten.

Junge Frau, nutzt eine E-Zigarette.
Immer mehr Studien zeigen: E-Zigaretten sind keine harmlose Alternative zur herkömmlichen Zigarette.
© Jorge Elizaquibel/iStockphoto

E-Zigaretten und Asthma: Risiko offenbar deutlich erhöht

E-Zigaretten stehen im Ruf, weniger schädlich zu sein als klassische Zigaretten. Doch Forschungsergebnisse, die die Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ veröffentlicht hat, legen nahe: Das Dampfen von E-Zigaretten könnte das Risiko für einen frühen Asthmabeginn mehr als verdoppeln.

Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Konsum von E-Zigaretten und der Entstehung von Atemwegserkrankungen. Besonders auffällig: Der Zeitpunkt der Erkrankung verschiebt sich offenbar nach vorne.

Langzeitstudie liefert neue Erkenntnisse

Für die Untersuchung wurden seit 2013 Jugendliche und Erwachsene in den USA regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Im Fokus standen Personen, die zu Beginn kein Asthma hatten.

Das Ergebnis: Teilnehmer, die in den 30 Tagen vor einer Befragung E-Zigaretten genutzt hatten, entwickelten 2,5-mal häufiger Asthma als Personen ohne Konsum. Die Daten sprechen dafür, dass E-Zigaretten nicht nur das Risiko erhöhen, sondern auch zu einem früheren Krankheitsbeginn beitragen können.

Forscherin: Früher Asthmabeginn besonders problematisch

Die Studienleiterin Dr. Adriana Pérez von der Universität Texas betont die Bedeutung der Ergebnisse: „Schon zuvor wurde in Studien beschrieben, dass E-Zigaretten das Asthmarisiko erhöhen. Doch unsere Studie ist die erste, die zusätzlich das Alter bei Beginn des Asthmas untersucht hat.“

Und weiter: „Zu wissen, dass E-Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für frühes Asthma zusammenhängen, kann Menschen möglicherweise dazu bringen, gar nicht erst mit E-Zigaretten anzufangen oder mit dem Konsum aufzuhören.“

Warum Asthma mehr ist als „nur“ Atemnot

Asthma zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege. Laut US-Gesundheitsbehörde kann die Krankheit weitreichende Folgen haben:

  • häufige Fehlzeiten in Schule und Beruf
  • hohe Behandlungskosten
  • erhöhtes Risiko für schwere Verläufe

Je früher Asthma auftritt, desto länger müssen Betroffene mit den Einschränkungen leben. Umso wichtiger ist es, mögliche Auslöser früh zu erkennen und zu vermeiden.

E-Zigaretten kein risikofreier Ersatz für Tabak

Die Ergebnisse liefern einen weiteren Hinweis darauf, dass E-Zigaretten kein risikofreier Ersatz sind. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene sollten sich bewusst machen, dass auch vermeintlich „leichtere“ Alternativen gesundheitliche Folgen haben können.

Quelle: DOI 10.1001/jamanetworkopen.2024.10740

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