Neue Analyse wertet zahlreiche Studien aus
Forschende aus Australien werteten internationale Studien aus verschiedenen Fachbereichen aus. Dabei wurden klinische Daten, Tierversuche sowie Laboruntersuchungen berücksichtigt. Ziel war es herauszufinden, ob E-Zigaretten unabhängig vom klassischen Tabakrauchen Krebs begünstigen können.
Da E-Zigaretten erst seit rund 20 Jahren verbreitet sind, fehlen bislang langfristige Bevölkerungsstudien. Deshalb stützen sich Forschende derzeit auf andere wissenschaftliche Hinweise.
Krebserregende Stoffe, oxidativer Stress, Zellschäden
Die Analyse identifizierte mehrere krebserregende Stoffe in den Aerosolen von E-Zigaretten, darunter flüchtige organische Verbindungen und Metalle aus den Heizspulen. Darüber hinaus fanden die Forschenden Hinweise auf DNA-Schäden, oxidativen Stress und Entzündungsprozesse. In Mausstudien wurden Lungentumore beobachtet, während Laborversuche Zellschäden und Veränderungen zeigten, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung stehen.
„Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse – aus klinischer Überwachung, Tierstudien und mechanistischen Daten – verursachen E-Zigaretten wahrscheinlich Lungenkrebs und Mundkrebs“, so Studienleiter Professor Bernard Stewart.
Besonders gefährlich: Rauchen und Vapen zusammen
Besonders kritisch sehen die Forschenden, dass viele Menschen beim Umstieg auf E-Zigaretten weiterhin klassische Zigaretten rauchen. Dieses sogenannte „Dual Use“ könnte die Gesundheitsrisiken zusätzlich erhöhen. Laut den Autoren deuten aktuelle epidemiologische Daten aus den USA darauf hin, dass Menschen, die sowohl rauchen als auch vapen, ein vierfach erhöhtes Risiko für Lungenkrebs haben.
Forschende mahnen zu frühem Handeln
Die Wissenschaftler ziehen Parallelen zur Geschichte des Rauchens. Auch dort dauerte es Jahrzehnte, bis der Zusammenhang mit Lungenkrebs offiziell anerkannt wurde. Aus Sicht der Autoren sollte dieser Fehler nicht wiederholt werden: „E-Zigaretten wurden vor etwa 20 Jahren eingeführt. Wir sollten nicht weitere 80 Jahre warten, um zu entscheiden, was wir tun sollen.“
Zudem verweisen die Forschenden darauf, dass E-Zigaretten gerade bei vielen Jugendlichen den Einstieg in das Rauchen begünstigen.
Quelle: DOI: 10.1093/carcin/bgag015