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Wechseljahre: Zwei Apps gegen Beschwerden gibt es jetzt auf Rezept

Pharmazeutische ZeitungKatrin Faßnacht-Lee  |  09.09.2026 11:10 Uhr

Apps können Frauen dabei unterstützen, Beschwerden in den Wechseljahren besser zu verstehen und zu bewältigen. Zwei solcher Anwendungen sind inzwischen verordnungsfähig – zumindest vorläufig.

Eine mittelalte Frau steht in der Küche mit einem Kaffee und dem Smartphone in der Hand.
Nur wenige Minuten am Tag könnten reichen, um das Befinden in den Wechseljahren durch spezielle Smartphone-Apps zu verbessern.
© www.peopleimages.com/iStockphoto

Digitale Unterstützung bei Hitzewallungen und Schlafproblemen

Hitzewallungen, Nachtschweiß oder Schlafprobleme können den Alltag während der Wechseljahre erheblich belasten. Zwei digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, sollen Frauen dabei helfen, ihre Beschwerden zu beobachten und besser damit umzugehen. Ärzte und Psychotherapeuten können die Apps zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen.

Die Programme vermitteln Wissen über die Wechseljahre und ermöglichen es, Symptome regelmäßig zu dokumentieren. So können Nutzerinnen mögliche Zusammenhänge, Veränderungen und wiederkehrende Muster erkennen. Hinzu kommen Übungen und praktische Hinweise für den Alltag.

Neue App konzentriert sich auf Hitzewallungen

Neu ins Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen wurde eine App, die sich vor allem an Frauen mit Hitzewallungen und Nachtschweiß richtet. Auch Schlafprobleme und emotionaler Stress werden berücksichtigt. Nach einer kurzen Abfrage der Beschwerden passt sich das Programm den Angaben der Nutzerin an. Vorgesehen sind etwa sieben Minuten Anwendung pro Tag. 

In einer randomisierten Studie mit 100 Teilnehmerinnen ging die Belastung durch Hitzewallungen und Nachtschweiß unter den App-Nutzerinnen nach zwölf Wochen bei 70 Prozent deutlich zurück. In der Kontrollgruppe mit herkömmlicher Betreuung war dies nur bei 30 Prozent der Fall. 

Zweite App ist seit Januar verordnungsfähig

Bereits seit Januar steht eine weitere App gegen Wechseljahresbeschwerden auf Rezept zur Verfügung. Sie richtet sich an Frauen mit mittelschweren Beschwerden. Voraussetzung sind mindestens neun Punkte auf einer Bewertungsskala für typische Symptome der Wechseljahre.

Untersucht wurde die App in einer randomisierten Pilotstudie mit 224 Frauen. Davon nutzten 111 das Programm zwölf Wochen lang, während 113 die übliche Versorgung erhielten. Fragebögen zeigten anschließend geringere Beschwerden und eine höhere Lebensqualität in der App-Gruppe. Konkrete Angaben zur Größe der Verbesserungen enthält das Quellmaterial nicht.

Weitere Wirksamkeitsnachweise sind erforderlich

Beide Anwendungen wurden zunächst nur vorläufig in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Die Anbieter müssen deshalb weitere Nachweise für ihre Wirksamkeit erbringen. Frauen können mit ihrem Arzt besprechen, ob eine der Anwendungen zu ihren Beschwerden und ihrer Behandlung passen könnte.

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