Mediterrane Ernährung hilft beim Abnehmen – mit zusätzlichem Vorteil

Katrin Faßnacht-Lee  |  24.08.2026 13:41 Uhr

Eine zweijährige Studie zeigt: Eine angepasste mediterrane Ernährung führte bei Menschen mit Adipositas zu einem ähnlichen Gewichtsverlust wie ein kommerzielles Abnehmprogramm – verbesserte aber zusätzlich die Qualität der Ernährung.

Eine junge, übergewichtige Frau steht in der Küche, schneidet Tomaten und macht sich einen Salat.
Eine mediterrane Ernährungsweise kann beim Abnehmen helfen und verbessert gleichzeitig die Ernährungsqualität.
© Inside Creative House/iStockphoto

Studie vergleicht zwei Abnehmprogramme

An der randomisierten DELISH-Studie nahmen 360 Patientinnen und Patienten mit Adipositas im Südosten der USA teil. Viele von ihnen hatten mehrere chronische Erkrankungen. Eine Gruppe erhielt ein Ernährungsprogramm nach mediterranem Vorbild, das an die regionalen Essgewohnheiten angepasst worden war. Es setzte unter anderem auf Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und pflanzliche Öle.

Das Programm gliederte sich in drei Phasen: Zunächst ging es vier Monate lang darum, die Ernährung gesünder zu gestalten. Anschließend standen die Gewichtsabnahme und später die Stabilisierung des erreichten Gewichts im Mittelpunkt. Die Vergleichsgruppe nutzte Workshops und digitale Angebote des kommerziellen Programms. Beide Gruppen erhielten außerdem Empfehlungen zu regelmäßiger Bewegung mit moderater Intensität.

Rund vier bis fünf Kilogramm abgenommen

Nach 24 Monaten hatten die Teilnehmenden der mediterranen Gruppe durchschnittlich etwa fünf Kilogramm abgenommen. In der Vergleichsgruppe waren es rund vier Kilogramm. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch nicht bedeutsam. In beiden Gruppen blieb ein großer Teil des nach zwölf Monaten erreichten Gewichtsverlusts bis zum Ende der Studie erhalten.

Studienteilnehmer lernten, sich gesünder zu ernähren

Deutlichere Unterschiede zeigten sich bei der Zusammensetzung der Ernährung: In der mediterranen Gruppe stammte ein größerer Anteil der aufgenommenen Energie aus einfach und mehrfach ungesättigten Fetten. Gleichzeitig sank der Anteil aus Kohlenhydraten. Auch die Bewertung der allgemeinen Ernährungsqualität fiel zu allen Untersuchungszeitpunkten günstiger aus.

Andere Gesundheitswerte kaum unterschiedlich

Bei weiteren untersuchten Gesundheitswerten zeigte sich dagegen kein eindeutiger Vorteil. Der Blutdruck sank in beiden Gruppen ähnlich stark, beim Langzeitblutzuckerwert HbA1c gab es insgesamt nur geringe Veränderungen. Auch Bewegung und depressive Beschwerden entwickelten sich nicht unterschiedlich.

Zu berücksichtigen ist, dass die Angaben zur Ernährung auf Selbstauskünften beruhten. Zudem nahmen nur rund 69 Prozent an der Abschlussuntersuchung teil. Gewichtsdaten nach 24 Monaten lagen über elektronische Patientenakten jedoch für etwa 94 Prozent vor.

DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2026.29006

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