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App auf Rezept: So geht es

Apothekerin Katrin Schmitt  |  15.03.2022

Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, motivieren, fördern die Therapietreue und tragen so zum Erfolg der Behandlung und zur Lebensqualität bei. Lesen Sie im ersten Teil, was sie ausmacht, was sie leisten und wann Krankenkassen die Kosten erstatten.

Älterer Mann, mit Smartphone auf der Couch.
Gesundheitsapps auf Kosten der Krankenkasse gibt es für verschiedene Indikationen: zum Beispiel für Depressionen, Reizdarm, Diabetes, chronische Schmerzen oder Tinnitus.
© stockfour/iStockphoto

Die meisten DiGA gibt es als App. Einige lassen sich aber auch über den Internetbrowser nutzen. Als Medizinprodukt dienen diese digitalen Hilfsmittel dazu, Krankheiten zu erkennen, zu überwachen, zu behandeln oder zu lindern. Das bedeutet, dass beispielsweise Fitness- Apps, die Krankheiten vorbeugen können, nicht zu den DiGA zählen. Außerdem eignen letztere sich – anders als Fitness-Apps – immer nur für bestimmte Patientengruppen. Sehr wohl gibt es aber DiGA, die verhindern sollen, dass sich eine bereits bestehende Krankheit verschlechtert. Die digitalen Anwendungen zielen darauf ab, kranke Menschen bei der Therapie zu begleiten oder die Wartezeit auf einen Arzttermin zu überbrücken. Vor allem helfen die Apps auf Rezept, die Symptome einer Erkrankung zu lindern, die Erkrankung besser zu verstehen und eigenverantwortlich mit ihr umzugehen.

DiGA oder Gesundheits-App

Apps, die das Bewertungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben, nimmt das BfArM in sein DiGAVerzeichnis auf. Man findet es im Internet unter www.diga.bfarm.de. Nur die dort gelisteten Apps darf ein Arzt auf Kassenrezept verordnen. Das Verzeichnis führt die Apps und ihre Einsatzgebiete auf. Es bietet zudem Infos zu Zielen und Funktionen der App und zur empfohlenen Anwendungsdauer. Patienten können auch sehen, ob die DiGA weitere Geräte benötigt. So lassen sich zum Beispiel spezielle Insulinpens, Blutdruckmessgeräte oder Armbänder zur Messung der Körperfunktionen damit verbinden. Die Hersteller der DiGA können helfen, diese ergänzenden Werte zu erhalten.

Zwei Wege führen zur DiGA

Der Arzt kann eine passende DiGA aus dem Verzeichnis auf Rezept verordnen. Dieses lässt sich aber nicht,  wie gewohnt, in der Apotheke einlösen. Stattdessen schickt es der Patient je nach Krankenkasse digital oder postalisch an seine Versicherung. Diese prüft den Versicherungsstatus und sendet daraufh in einen Zugangscode (QR- oder Zahlencode) zu. Die DiGA selbst müssen Anwender im App-Store herunterladen, dann die App öff nen und den Zugangscode eingeben. Das Bezahlen läuft direkt zwischen Hersteller und Versicherung. Die Krankenkasse übernimmt sogar mehrere DiGA-Verordnungen gleichzeitig.

Der Arzt scheint noch nicht an die App auf Rezept zu denken? Dann steht ein zweiter Weg zur Kostenübernahme off en. Der setzt voraus, dass die Krankenkasse die Diagnose bereits kennt oder sie dem Patienten vorliegt. Dann lässt sich der Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse auch ohne Rezept stellen. Das gelingt am einfachsten über die App der Krankenkasse. Genehmigt die Versicherung den Antrag, läuft es ebenso ab, wie bei der Rezept-Variante. Trotzdem ist es sinnvoll, dem Arzt mitzuteilen, dass man eine DiGA nutzt. Manche ermöglichen einen Datenaustausch mit dem Arzt, sodass sich dieser die Einträge, Gesundheitsdaten oder Erfolge ansehen kann. Wichtig: Auch die beste App auf Rezept kann eine ärztliche Behandlung und Diagnose immer nur ergänzen.

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