Kann Asthmaspray meinem ungeborenen Kind schaden? Diese Sorge ist unbegründet, das bestätigt erneut eine aktuelle Studie aus Südkorea. Cortisonsprays sind auch in der Schwangerschaft sicher und sollten nicht abgesetzt werden.

Inhalative Corticosteroide (ICS), umgangssprachlich häufig als Cortisonsprays bezeichnet, gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung von Asthma. Sie wirken gegen die chronische Entzündung der Atemwege und sollen verhindern, dass sich die Erkrankung akut verschlechtert. Da nur sehr geringe Mengen des Wirkstoffs in den gesamten Körper gelangen, können die Medikamente auch während einer Schwangerschaft angewendet werden. Die Global Initiative for Asthma empfiehlt ausdrücklich, die Behandlung fortzuführen.
Trotzdem setzen viele Frauen ihr Cortisonspray ab, wenn sie schwanger werden oder eine Schwangerschaft planen. Dahinter steckt häufig die Sorge, die Medikamente könnten dem ungeborenen Kind schaden. Eine unzureichende Asthmakontrolle kann jedoch ebenfalls Risiken für Mutter und Kind mit sich bringen.
Ein internationales Forschungsteam um Bohyun Suh von der Sungkyunkwan University in Suwon, Südkorea, untersuchte deshalb erneut, wie sicher inhalatives Cortison während der Schwangerschaft ist.
Für die landesweite Studie werteten die Forscher Daten von Frauen mit Asthma aus, die zwischen 2009 und 2023 in Südkorea ein Kind zur Welt gebracht hatten. Alle hatten bereits vor der Empfängnis inhalatives Cortison angewendet. Anschließend verglichen die Forscher Frauen, die die Behandlung während der ersten drei Schwangerschaftsmonate fortsetzten, mit Frauen, die sie abbrachen.
Dabei zeigte sich, dass die Medikamente nach Eintritt einer Schwangerschaft häufig abgesetzt wurden: Von insgesamt 6.105 Frauen beendeten 3.997 und damit knapp zwei Drittel die Behandlung.
Die Ergebnisse, die im Fachjournal „JAMA Network“ veröffentlicht wurden, sprechen für die Sicherheit der Medikamente: Die Forscher fanden keine Hinweise darauf, dass die weitere Anwendung von inhalativem Cortison in der frühen Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen erhöhte.
So gab es zwischen den beiden Gruppen keine statistisch bedeutsamen Unterschiede beim Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburten, ein niedriges Geburtsgewicht, angeborene Fehlbildungen oder andere untersuchte Komplikationen.
Aus Sicht der Studienautoren stützen die Ergebnisse die Empfehlung, eine bestehende Behandlung mit inhalativem Cortison während der Schwangerschaft fortzuführen. Entscheidend sei, das individuelle Risiko der Patientin zu berücksichtigen und das Asthma auch während der Schwangerschaft gut unter Kontrolle zu halten.
Die Ergebnisse liefern damit zusätzliche Sicherheit für Frauen, die wegen ihres Asthmas inhalatives Cortison benötigen: Eine Schwangerschaft ist grundsätzlich kein Grund, die Behandlung eigenmächtig abzusetzen.
In Deutschland informiert das Institut Embryotox der Charité – Universitätsmedizin Berlin über die Verträglichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch hier ist die klare Empfehlung, Asthmamedikamente nicht eigenmächtig abzusetzen: Das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes Asthma zu schaden, überwiege klar einem möglichen Risiko der zur Asthmakontrolle üblicherweise eingesetzten Medikamente, schreibt Embyrotox auf seiner Webseite.
Budesonid, Beclometason und Fluticason sind die in der Schwangerschaft am besten untersuchten Cortisonsprays. Allerdings gibt es laut Embryotox auch keine Hinweise darauf, dass andere inhalative Glucocorticoide den Embryo oder Fetus schädigen.
Unter den kurzwirksamen Asthmasprays als Bedarfsmedikation ist Salbutamol Mittel der Wahl in der Schwangerschaft.
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