Schmerzen und Fieber sind in der frühen Schwangerschaft keine Seltenheit, aber die Auswahl an Medikamenten ist begrenzt. Bei nichtsteroidalen Entzündungshemmern (so genannte NSAR) wie Ibuprofen war die Datenlage zu Beginn der Schwangerschaft bislang unklar. Eine Studie aus Israel liefert nun beruhigende Ergebnisse.
Daten aus über 260.000 Schwangerschaften
Ein Forschungsteam der Ben-Gurion-Universität in Israel wertete Daten des Southern Israeli Pregnancy Registry aus dem Zeitraum 1998 bis 2018 aus. Insgesamt flossen über 260.000 Einzelschwangerschaften von weiblichen Personen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren in die Analyse ein. Rund 7 Prozent der Frauen hatten im ersten Schwangerschaftsdrittel (erstes Trimester) ein NSAR eingenommen, am häufigsten Ibuprofen.
Kein erhöhtes Risiko festgestellt
Das Ergebnis: Die Häufigkeit schwerer angeborener Fehlbildungen unterschied sich nicht nennenswert zwischen Schwangerschaften mit und ohne NSAR-Einnahme. Auch für einzelne Organsysteme wie Herz, Skelett, Nervensystem oder Verdauungstrakt fand sich kein Zusammenhang.
Was das für die Praxis bedeutet
Die neuen Daten beziehen sich ausdrücklich nur auf das erste Trimester. In der zweiten Schwangerschaftshälfte gilt weiterhin große Vorsicht: Ab der 20. Schwangerschaftswoche raten die Online-Datenbank Embryotox und Arzneimittelbehörden zur Zurückhaltung, weil NSAR zu Nierenschäden beim Fötus führen können. Ab der 28. Schwangerschaftswoche wird von Ibuprofen, Diclofenac und Co. sogar streng abgeraten, dann droht ein vorzeitiger Verschluss eines wichtigen Blutgefäßes beim Kind. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich bei einem Schmerzmittel um ein NSAR handelt, klären Sie dies in der Arztpraxis oder Apotheke ab. Mittel der Wahl bleibt während der gesamten Schwangerschaft Paracetamol, jedoch in niedriger Dosis und nur nach ärztlicher Rücksprache.
Quelle: DOI 10.1371/journal.pmed.1005063