Körperliche Fitness lässt Mitte 30 nach
Oft merken Menschen erst ab Mitte 40, dass das Treppensteigen für sie anstrengender wird oder die Erholung nach körperlicher Belastung länger dauert. Laut einer schwedischen Langzeitstudie beginnt der Rückgang von Kraft, Ausdauer und Fitness jedoch schon in etwa zehn Jahre früher. Die beste Gesundheitsvorsorge bestünde also darin, möglichst in jüngeren Jahren körperlich aktiv zu werden. Aber auch wer später damit beginnt, kann noch etwas für seine körperliche Leistungsfähigkeit erreichen.
Diesen Befund stützt eine Langzeitstudie von Forschern des Karolinska Instituts in Schweden, die mehrere hundert im Jahr 1958 geborene Männer und Frauen über 47 Jahre hinweg beobachteten – beginnend im Alter von 16 Jahren, endend im Alter von 63 Jahren. Die Teilnehmer wurden regelmäßig auf Ausdauer, Muskelkraft und Belastbarkeit getestet. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle.
Der Körper verliert nicht nur Muskelkraft
Die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit betrifft nicht nur die Muskelkraft, es schwinden auch Ausdauer und muskuläre Belastbarkeit, wie sich auch in der schwedischen Studie zeigte. Bei allen Teilnehmern nahm die körperliche Leistungsfähigkeit gleichmäßig bis zum Gipfelpunkt im Alter von um die 35 Jahren zu und lies dann zunächst langsam und mit zunehmendem Alter deutlicher nach.
Dieser grundlegende Ablauf war bei Männer und Frauen vergleichbar. Die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit vom Gipfelpunkt bis zum Alter von 63 Jahren lag dabei im Bereich zwischen 30 und 48 Prozent. Die individuellen Unterschiede spiegeln wider, das Menschen unterschiedlich körperlich aktiv sind.
Für mehr Bewegung ist es nie zu spät
Es scheint der Studie zufolge günstig zu sein, früh etwas für die körperliche Fitness zu tun. Die Teilnehmer, die bereits mit 16 Jahren körperlich recht aktiv waren, standen auch im Alter im Vergleich besser da. Doch die gute Nachricht: Körperliche Aktivität wirkt auch später noch positiv. Studienteilnehmer, die erst im Erwachsenenalter begonnen haben, regelmäßig Sport zu betreiben, verbesserten ihre körperliche Leistungsfähigkeit um fünf bis zehn Prozent.
Für mehr Bewegung ist es demnach nie zu spät. Der Körper reagiert in jedem Alter auf Bewegung. Schon moderate Aktivität kann helfen, Muskelabbau und Leistungsrückgang zu verlangsamen. Wie die schwedische Studie zeigt, gehören Fitness- und Kraftverlust zwar zum Älterwerden, dies lässt sich aber beeinflussen. Entscheidend ist dabei weniger sportliche Höchstleistung als ein aktiver Lebensstil über viele Jahre hinweg.
Quelle: DOI 10.1002/jcsm.70134