Immer mehr ältere Menschen greifen zu Cannabis – oft in der Hoffnung auf weniger Schmerzen oder besseren Schlaf. Doch moderne Präparate sind deutlich stärker als früher und können unerwartete Risiken mit sich bringen.

Cannabis wird unter Seniorinnen und Senioren immer beliebter. Doch viele unterschätzen mögliche unerwünschte Folgen. Die heutigen Präparate enthalten oft ein Vielfaches der Wirkstoffmenge von früher und wirken dadurch stärker und länger. Das kann zu Problemen wie Herzbeschwerden, Schwindel, Stürzen, Gedächtnisproblemen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten führen. Zudem reagieren ältere Menschen generell empfindlicher, weil ihr Körper Cannabis langsamer abbaut. Darauf weisen Fachleute der kalifornischen Stanford Universität hin.
Ein wichtiger Punkt ist die deutlich gestiegene Stärke moderner Sorten. Während Cannabis in den 1970er-Jahren meist nur wenige Prozent der besonders wirksamen Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) enthielt, liegen viele Produkte heute bei 20 Prozent oder mehr. Öle oder Konzentrate können sogar bis zu 90 Prozent erreichen. Das erhöht das Risiko, versehentlich zu viel zu konsumieren – besonders bei mit Lebensmitteln angereichertem THC. Bei diesen sogenannten Edibles setzt die Wirkung verzögert ein.
Zudem zeigen Studien, dass Cannabis Herz und Kreislauf belasten kann. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt, vor allem wenn zusätzlich Alkohol oder Zigaretten im Spiel sind. Auch die Lunge kann leiden, wenn Cannabis geraucht oder verdampft wird.
Ein weiterer Aspekt: Cannabis kann abhängig machen. Rund ein Drittel der regelmäßigen Nutzer entwickelt laut Forschung eine Form der Sucht. Viele ältere Menschen sprechen jedoch nicht offen mit Ärztinnen oder Ärzten darüber – oft aus Unsicherheit oder weil sie Cannabis nicht als Risiko wahrnehmen.
Trotzdem kann Cannabis manchen Menschen helfen, etwa bei starken Schmerzen oder Übelkeit. Doch Fachleute betonen: Die Forschung ist noch lückenhaft, und nicht jede Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Deshalb ist es wichtig, vor der Nutzung mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, um Risiken und Wechselwirkungen zu klären.
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