Schon weniger als zwei Stunden Bewegung pro Woche können Schmerzen lindern. Eine große Auswertung zeigt Vorteile bei verschiedenen Schmerzarten. Wie stark jemand profitiert, lässt sich daraus nicht vorhersagen.

Wer Schmerzen hat, möchte sich oft lieber schonen. Doch Bewegung kann zur Schmerzlinderung beitragen. In einer großen Auswertung sank die Schmerzstärke gegenüber den Vergleichsgruppen im Mittel um etwa 1,1 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10. Auch Programme mit weniger als zwei Stunden Bewegung pro Woche zeigten einen Nutzen.
Für die Auswertung werteten Forschende 157 systematische Übersichtsarbeiten aus. Darin waren insgesamt 2.736 randomisierte Studien mit rund 221.000 Teilnehmern erfasst. Die untersuchten Beschwerden reichten von Schmerzen des Bewegungsapparats bis zu neurologisch, entzündlich oder durch Krebs bedingten Schmerzen. Die Auswertung fand Effekte sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden. Vorteile zeigten sich bei Ausdauer- und Krafttraining sowie bei sanfteren Bewegungsformen wie Yoga, Pilates und Tai-Chi. Die Studie wurde im Fachjournal PAIN Reports veröffentlicht.
In der Auswertung waren Programme mit geringerer Intensität und kürzerer Programmdauer mit einer stärkeren Schmerzlinderung verbunden. „Unsere Studie ergab, dass mehr Bewegung nicht unbedingt besser war“, sagt Studienleiter Ben Singh. Welche Dauer und Intensität für den Einzelnen günstig sind, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Die Forschenden sehen Bewegung als möglichen Bestandteil der Schmerzbehandlung. Wer wegen seiner Schmerzen ein Bewegungsprogramm beginnen möchte, kann mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten besprechen, welche Übungen zur eigenen Erkrankung passen.
Quelle: DOI 10.1097/PR9.0000000000001455
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