Wann war die letzte Tetanusimpfung? Bin ich gegen Masern geschützt? Und welche Impfungen werden ab 60 Jahren empfohlen? Ein Blick in den gelben Impfpass hilft, den eigenen Impfschutz zu überprüfen. So lesen Sie die Einträge richtig.

Wenn Sie wissen möchten, ob alle empfohlenen Impfungen vorhanden sind, brauchen Sie zwei Dinge: den eigenen Impfpass und den aktuellen Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO). Im Impfpass stehen die bereits erhaltenen Impfungen. Der Impfkalender zeigt, welche Impfungen in welchem Alter empfohlen werden.
Besonders praktisch: Der aktuelle gelbe Impfausweis enthält auf seiner Rückseite bereits eine Übersicht der Standardimpfungen für verschiedene Altersgruppen. Sie bietet eine erste Orientierung. Welche Impfungen im Einzelfall fehlen oder aufgefrischt werden müssen, lässt sich anhand der bisherigen Einträge und der geltenden Empfehlungen überprüfen.
Der gelbe Impfausweis entspricht den internationalen Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Angaben sind auf Deutsch, Englisch und Französisch abgedruckt. Auf dem Deckblatt stehen Name, Geburtsdatum und Anschrift des Inhabers. Auch die Nummer des Reisepasses oder Personalausweises kann eingetragen werden.
Der aktuelle Vordruck enthält getrennte Bereiche für verschiedene Altersgruppen:

Wichtig: Auch Erwachsene sollten die Einträge aus ihrer Kindheit und Jugend berücksichtigen. Impfungen können außerdem auf anderen Seiten dokumentiert sein, als die vorgedruckten Überschriften vermuten lassen.
Jede dokumentierte Impfung enthält das Impfdatum, den Handelsnamen und die Chargennummer des Impfstoffs. Häufig klebt dafür ein kleines Etikett, die sogenannte Vignette, im Impfpass. Hinzu kommen Unterschrift und Stempel des Arztes.
Bei den Standardimpfungen ist zusätzlich die jeweilige Krankheit angekreuzt. Das ist besonders bei Kombinationsimpfstoffen hilfreich, die gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten schützen.
Wer beispielsweise nach seiner letzten Tetanusimpfung sucht, schaut auf den Erwachsenenseiten nach dem entsprechenden Kreuz und dem Datum. Auch die früheren Einträge auf den Kinder- und Jugendseiten können wichtig sein.
Ein einzelner Eintrag bedeutet allerdings nicht immer, dass der Impfschutz vollständig ist. Für manche Impfungen sind mehrere Dosen notwendig. Andere müssen nach bestimmten Zeitabständen aufgefrischt werden.
Auf der Rückseite des aktuellen Impfausweises steht eine Übersicht der empfohlenen Standardimpfungen. Sie unterscheidet zwischen Säuglingen und Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Für Erwachsene nennt die Übersicht unter anderem folgende Punkte:
Auch die COVID-19-Impfung ist in der Übersicht berücksichtigt. Für Menschen ab 60 Jahren nennt sie eine jährliche Impfung mit einem angepassten Impfstoff.
Welche Empfehlungen tatsächlich gelten, hängt vom Alter, vom bisherigen Impfstatus und teilweise von Vorerkrankungen oder besonderen Lebensumständen ab. Die Übersicht im Impfpass dient deshalb als Orientierung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen STIKO-Empfehlungen.

Am einfachsten beginnt man mit der letzten dokumentierten Impfung gegen Tetanus und Diphtherie. Liegt sie mehr als zehn Jahre zurück, ist in der Regel eine Auffrischung fällig.
Anschließend lohnt sich der Blick auf die übrigen Standardimpfungen der eigenen Altersgruppe. Sind die empfohlenen Impfungen dokumentiert? Wurden gegebenenfalls mehrere notwendige Dosen verabreicht? Gibt es Hinweise auf einen weiteren Impftermin?
Besonders wichtig ist der Abgleich bei Impfungen, die erst später in den allgemeinen Impfkalender aufgenommen wurden. So finden sich Impfungen gegen HPV oder Meningokokken möglicherweise auf den Jugendseiten oder unter den weiteren Schutzimpfungen.
Fehlt ein Eintrag, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Impfung nie stattgefunden hat. Möglicherweise wurde sie in einem früheren Impfpass oder einer anderen Bescheinigung dokumentiert. Bei Unklarheiten kann der Arzt den Impfstatus prüfen und entscheiden, ob Impfungen nachgeholt werden sollten.
Die ersten Seiten des gelben Impfbuchs dienen als internationale Impfbescheinigung. Dort kann beispielsweise eine Gelbfieberimpfung dokumentiert werden, die bei Reisen in bestimmte Länder für die Einreise relevant ist.
Weitere Seiten bieten Platz für Antikörper-Untersuchungen, etwa gegen Windpocken, Röteln oder Hepatitis B. Solche Untersuchungen können in bestimmten Situationen helfen, den Immunstatus zu beurteilen. Sie sind allerdings keine allgemeine Voraussetzung für die Überprüfung des Impfschutzes.
Außerdem gibt es einen Bereich für passive Immunisierungen, bei denen fertige Antikörper verabreicht werden. Auf Seite 27 lassen sich die nächsten Impftermine mit Bleistift eintragen.
Wer seinen Impfpass regelmäßig überprüft, erkennt mögliche Impflücken frühzeitig. Die Arztpraxis oder Apotheke kann beim Abgleich mit dem aktuellen STIKO-Impfkalender helfen. Fehlende Impfungen lassen sich grundsätzlich auch später noch nachholen.
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Welche Impfung braucht man jetzt, Eisenmangel am Gesicht erkennen und schlagartige…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern