Krankheitsbild
Wundstarrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, die das Nervensystem betrifft. Auslöser ist ein Giftstoff (Toxin), der von dem Bakterium Clostridium tetani gebildet wird. Dieses Gift stört die normale Steuerung der Muskeln, was unter anderem zu schmerzhaften Krämpfen führt. Die Erkrankung entsteht meist nach einer Verletzung, wenn Bakterien in eine Wunde gelangen und sich dort vermehren. Bei Säuglingen verläuft die Erkrankung oft tödlich. Eine Impfung sorgt für wirksamen Schutz.
Symptome/Verlauf
Der Verlauf kann unterschiedlich sein, je nachdem, welche Form der Erkrankung vorliegt. Grundsätzlich beginnt Tetanus oft mit unspezifischen Beschwerden und entwickelt sich dann zu typischen Muskelkrämpfen.
Bei der am häufigsten auftretenden generalisierten Form kommt es zunächst zu Muskelverspannungen. Typisch sind eine sogenannte Kieferklemme, bei der der Mund sich nicht vollständig öffnen lässt, und ein starres Lächeln. Im weiteren Verlauf kommt es zu plötzlichen, starken und schmerzhaften Krämpfen, die alle Muskelgruppen betreffen können. Auch Schluckstörungen, Schweissausbrüche und Atemprobleme können auftreten.
Die lokale Form ist selten und wird häufiger bei unzureichendem Impfschutz beobachtet. Hier beschränken sich die Muskelkrämpfe auf die Umgebung der Wunde. Diese Form verläuft meist milder, kann aber in eine generalisierte Form übergehen.
Die neonatale Form betrifft Neugeborene. Sie entsteht vor allem dann, wenn die Mutter keinen ausreichenden Impfschutz hat und die Nabelpflege unhygienisch erfolgt. Die Erkrankung zeigt sich meist in den ersten zwei Lebenswochen durch Muskelsteife, Trinkschwäche und Krampfanfälle. Das Sterberisiko ist bei Säuglingen hoch.
Folgen/Komplikationen
Tetanus kann lebensbedrohlich verlaufen. Besonders gefährlich sind Atemprobleme, die durch Verkrampfungen der Atemmuskulatur entstehen können. Auch Komplikationen, die etwa durch Schluckprobleme auftreten können, wie Lungenentzündung oder ein Verschluss der Atemwege sind möglich. Durch die starken Muskelkrämpfe kann es sogar zu Knochenbrüchen im Bereich der Wirbelsäule kommen. Trotz intensiv-medizinischer Behandlung kann die Erkrankung tödlich enden. Bei Erwachsenen liegt das Sterberisiko trotz Behandlung bei 10 bis 20 Prozent, bei Säuglingen deutlich höher.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Erkrankung wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht, dessen Sporen beispielsweise in Erde, Staub oder Tierkot vorkommen. Gelangen sie über eine Wunde in den Körper, können sie dort ein Gift produzieren. Besonders gefährdet sind Menschen mit unzureichendem Impfschutz. Auch schwere, tiefe oder verschmutzte Wunden erhöhen das Risiko.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht auf Tetanus ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Folgende Massnahmen kommen zum Einsatz:
- Gabe eines Gegengifts zur Neutralisierung des Toxins
- Behandlung mit Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien
- sorgfältige Wundbehandlung
- Linderung der Symptome
In der Regel ist eine intensivmedizinische Betreuung nötig, zum Beispiel zur Sicherung der Atmung und zur Kontrolle der Muskelkrämpfe.
Vorbeugend ist die von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlene Impfung der wichtigste Schutz. Die Impfung beginnt im Säuglingsalter mit mehreren Teilimpfungen und wird im Kindes- und Jugendalter aufgefrischt. Danach wird eine Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen.
Das kann jeder selbst tun: Eltern sollten die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder regelmässig wahrnehmen und ihre Kinder gegen Tetanus impfen lassen. Wer seinen Impfschutz aktuell hält, kann das Risiko einer Erkrankung deutlich verringern.Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.