Tollwut

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  31.03.2026 00:00 Uhr

Tollwut ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit des Nervensystems. Die Ansteckung erfolgt meist über den Speichel infizierter Tiere durch Bisse, Kratzer oder Kontakt mit verletzter Haut.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Tollwut betrifft das Gehirn und das gesamte Nervensystem. Nach der Ansteckung wandert das Virus entlang der Nervenbahnen bis zum Gehirn. Die Erkrankung beginnt oft unauffällig mit grippeähnlichen Beschwerden, wird dann aber rasch schwerwiegend. Da das Virus das Nervensystem schädigt, verändern sich sowohl Bewegungen als auch Verhalten und Empfindungen. Der Krankheitsverlauf endet fast immer tödlich, sobald die Symptome sichtbar geworden sind.

Symptome/Verlauf

Die ersten Anzeichen sind meist unspezifisch. Dazu gehören:

  • Fieber, Müdigkeit und Kopfweh
  • Kribbeln oder Brennen an der Bissstelle
  • Unruhe und Angstgefühle
  • Später Krämpfe, Atemnot und starke Verwirrtheit

Im weiteren Verlauf entwickeln sich schwere neurologische Störungen. Viele Betroffene reagieren besonders empfindlich auf Geräusche, Luftzug oder Licht. Je nach Verlaufsform kommt es zu starken Muskelkrämpfen, Schluckstörungen oder Lähmungen. Sobald diese Phase beginnt, schreitet die Erkrankung unaufhaltsam voran.

Folgen/Komplikationen

Die grösste Gefahr besteht darin, dass die Krankheit nach Ausbruch praktisch nicht mehr behandelbar ist. Das Virus führt zu schweren Schäden im Gehirn und am Rückenmark. Atemmuskeln können versagen, sodass eine künstliche Beatmung nötig wird. Auch Herzrhythmusstörungen und Kreislaufzusammenbrüche treten auf. In fast allen Fällen endet die Krankheit mit dem Tod durch Atem- oder Kreislaufstillstand.

Ursachen/Risikofaktoren

Tollwut wird vor allem durch den Speichel infizierter Tiere übertragen. Häufige Quellen sind der Kontakt mit wilden Tieren wie Füchsen, Fledermäusen oder Waschbären. Auch Bisse ungeimpfter Hunde oder Katzen, Reisen in Regionen mit verbreiteter Tollwut und geringer Impfrate bei Tieren erhöhen das Risiko für eine Infektion. Das Virus gelangt über Hautverletzungen in den Körper und kann selbst durch kleine kaum sichtbare Kratzer übertragen werden.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er kann nach Kontakt mit einem möglicherweise infizierten Tier sofort eine wichtige Schutzbehandlung einleiten, die aus einer Impfung und in manchen Fällen zusätzlich injizierten Antikörpern besteht.
Das kann man selbst tun: Die Wunde rasch gründlich auswaschen und sofort ärztliche Hilfe suchen. Grenzen sind erreicht, wenn bereits Symptome auftreten, denn dann ist keine wirksame Behandlung mehr möglich. Darum gilt jede mögliche Ansteckung als medizinischer Notfall.Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: E-Zigaretten bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch, ein neues Medikament,…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben