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Corona-Auffrischimpfung: Wer bekommt eine dritte Impfung?

Natascha Koch  |  28.10.2021

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bestimmten Risikogruppen eine Booster-Impfung gegen Covid-19. Aber auch andere Personen können sich nach Absprache mit ihrem Arzt bereits impfen lassen. Lesen Sie hier, wer dazu zählt, wann man die Impfung bekommen sollte und ob die Booster-Impfung mit neuen Nebenwirkungen einhergeht.

Senior, wird beim Arzt geimpft.
Älteren Personen über 70 Jahren wird aktuell eine Auffrischimpfung empfohlen.
© stefanamer/iStockphoto

Warum ist eine Auffrischung überhaupt notwendig?

Studien habn gezeigt, dass die Effektivität aller zugelassenen Covid-19-Impfstoffe mit der Zeit nachlassen kann. Das gilt insbesondere bei älteren Menschen oder bei Patienten, die aufgrund einer Vorerkrankung oder der Einnahme von Immunsuppressiva ein geschwächtes Immunsystem haben. Hier kann eine Auffrischungsimpfung den Impfschutz wieder deutlich erhöhen. Die Auffrischung wirkt dabei wie ein Booster für das Immunsystem, deshalb wird sie auch als Booster-Impfung bezeichnet.

Wem wird eine Booster-Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt aktuell folgenden Personen eine Auffrischimpfung:

  • allen Personen über 70 Jahren, die bereits vollständig gegen Covid-19 geimpft sind,
  • Bewohnern in Pflegeeinrichtungen, wegen des erhöhten Ausbruchspotenzials auch unter 70-Jährige,
  • Pflegepersonal und andere Tätige, die direkte Kontakte mit mehreren zu pflegenden Personen haben,
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt,
  • Menschen mit einer Immunschwäche, etwa aufgrund einer chronischen Krankheit oder Medikamenteneinnahme,
  • allen Personen unabhängig vom Alter, die eine einmalige Impfung mit dem Janssen-Impfstoff erhalten haben.

Bekommen derzeit auch andere Personen eine Auffrischimpfung?

Über die STIKO-Empfehlung hinaus haben die Gesundheitsminister der Bundesländer im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsminister beschlossen, dass auch folgenden Personengruppen auf Wunsch und nach Absprache mit dem Arzt eine Auffrischungsimpfung angeboten werden sollen:

  • Allen Menschen über 60 Jahre,
  • Bewohnern von Pflegeeinrichtungen, wie zum Beispiel Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen,
  • allen in diesen Einrichtungen tätigen Pflegekräften und weiteren Beschäftigten,
  • Menschen, die beruflich in regelmäßigem Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, wie zum Beispiel medizinisches Personal, auch ambulant, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams,
  • pflegebedürftige Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit,
  • Personen, die eine vollständige Impfserie mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben. 

Einen Überblick über die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz finden Sie bei der Gesundheitsministerkonferenz.

Was gilt für Genesene?

Wer eine laborbestätigte Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht und zusätzlich bereits eine Impfung erhalten hat, dem wird aktuell keine Booster-Impfung empfohlen.

Wann sollte die Auffrischung erfolgen?

Nach einer vollständigen Impfserie mit zwei mRNA-Dosen sollte laut STIKO frühestens nach sechs Monaten eine dritte Impfung erfolgen. Bei Personen mit starker Immunschwäche kann die Impfung nach Absprache mit dem Arzt auch früher erfolgen, es sollten jedoch mindestens 28 Tage zwischen der zweiten und dritten Impfung liegen. 

Wer eine einmalige Impfung mit der Janssen-Vakzine bekommen hat, braucht ebenfalls nicht lange zu warten: Hier empfiehlt die STIKO die Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff so schnell wie möglich, frühestens aber vier Wochen nach der ersten Impfung. „Im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen werden in Deutschland die meisten Covid-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet, die mit der Covid-19 Vaccine Janssen geimpft wurden", heißt es zur Begründung. Zudem sei die Wirksamkeit gegen die Delta-Variante bei dieser Vakzine geringer als bei den anderen Impfstoffen. 

Welche Impfstoffe werden verwendet?

Für die Auffrischung soll laut STIKO ein mRNA-Impfstoff verwendet werden, unabhängig davon, welcher Impfstoff bei der vorher erfolgten Immunisierung verwendet wurde. Wurde für die Grundimmunisierung auch ein mRNA-Impfstoff gegeben, sollte für die Auffrischung wenn möglich die gleiche Vakzine verwendet werden. Wenn diese nicht verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden

Wo bekomme ich die dritte Impfung?

Auffrischungsimpfungen werden derzeit von mobilen Impfteams oder durch die niedergelassenen Arztpraxen sowie Betriebsärzte durchgeführt. Die meisten Impfzentren sind mittlerweile geschlossen, viele Bundesländer führen aber weiterhin Impfaktionen durch. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Welche Nebenwirkungen sind bei der Booster-Impfung zu erwarten?

Laut dem aktuellen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sind nach der Auffrischung keine zusätzlichen Nebenwirkungen zu erwarten. Das zeigt die Auswertung der gemeldeten Verdachtsfälle einer Nebenwirkung bis zum 30.09.2021 nach Auffrischungsimpfungen. Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen bei der Corona-Impfung bisher aufgetreten sind, lesen Sie hier.

Quellen: 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Auffrischungsimpfung, Bundegesundheitsministerium
Epidemiologisches Bulletin 43/2021

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