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STIKO empfiehlt Corona-Impfstoff von Novavax und zweiten Booster

Natascha Koch  |  03.02.2022

Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen nun offiziell den proteinbasierten Corona-Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax für alle Personen ab 18 Jahren. Der Impfstoff wird voraussichtlich Ende Februar in Deutschland verfügbar sein. Außerdem raten die STIKO-Experten gesundheitlich besonders gefährdete Gruppen zu einem zweiten Booster.

Junge Frau, erhält eine Impfung.
Der proteinbasierte Impfstoff von Novavax funktioniert anders als die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe und gilt als Alternative für Menschen, die den Impfungen bislang skeptisch gegenüberstanden.
© Soumen Hazra/iStockphoto

Künftig soll in Deutschland mit einem weiteren Corona-Impfstoff immunisiert werden: Die STIKO empfiehlt den Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax zur Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren. Hierbei sind zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 3 Wochen vorgesehen. Für Schwangere und stillende Frauen wird der Impfstoff zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht empfohlen. In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare Wirksamkeit. Ob der Impfstoff auch gegen Omikron wirkt, weiß man noch nicht. Das liegt daran, dass Nuvaxovid entwickelt wurde, bevor die speziellen Viruseigenschaften der Omikron-Variante bekannt waren. Am 21. Februar soll eine erste Lieferung der Impfstoffe nach Deutschland kommen, dann kann mit dem Impfen in Arztpraxen begonnen werden.

So funktioniert der Novavax-Impfstoff

Es handelt sich bei Nuvaxovid um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker. Der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren, ein richtiger Totimpfstoff ist er allerdings auch nicht: Für Nuvaxovid wurden nämlich keine lebenden Viren abgetötet. Vielmehr enthält er Proteine, die den SARS-CoV-2 Spikes-Proteinen entsprechen. Die mRNA-Impfstoffe hingegen enthalten lediglich die Bauanleitung dieser Proteine, die der Körper nach der Impfung selbst herstellt. Da Nuvaxovid also einen anderen Wirkmechanismus als die zugelassenen mRNA-Impfstoffe hat, gilt er als mögliche Alternative für Personen, die den bisherigen Corona-Impfstoffen skeptisch gegenüberstehen.

Impfreaktion vergleichbar mit mRNA-Impfungen

Die Impfreaktionen nach Nuvaxovid sind laut STIKO vergleichbar mit denen der anderen Covid-19-Impfstoffe und können über wenige Tage anhalten. Die Zulassungsstudien ergaben keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen wie Thrombosen oder Herzmuskelentzündungen. Diese sind jedoch auch bei den anderen Impfstoffen nicht in den Zulassungsstudien aufgetreten, sondern erst im späteren Verlauf der Impfkampagne, als die Impfstoffe in kürzester Zeit an Millionen von Menschen verimpft wurden.

Zweiter Booster für Risikogruppen

Neben dem neuen Impfstoff empfiehlt die STIKO nun auch eine zweite Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für:

  • Menschen ab 70 Jahren,
  • Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege,
  • Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren
  • Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere bei direktem Patienten- und Bewohnerkontakt.

Der zweite Booster soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll die zweite Auffrischung frühestens nach sechs Monaten erhalten. Personen, die nach dem ersten Booster an Covid-19 erkrankt sind, wird keine weitere Auffrischimpfung empfohlen.

Grund für diese Empfehlung ist, dass der Schutz nach der ersten Auffrischimpfung aktuellen Daten zufolge gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt. Dies ist insbesondere für Menschen ab 70 Jahren und für Personen mit Immunschwäche bedeutsam, da diese das höchste Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Durch den zweiten Booster soll der Schutz verbessert und schwere Erkrankungen bei gefährdeten Personen verhindert werden.

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