GesellschaftGesellschaftGesundheitspolitikSeniorenBeratung

Corona-Impfung in Deutschland: Anmeldung, Termin und Ablauf

LR/RF/NK  |  14.04.2021

Die einzelnen Bundesländer regeln die Impfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus ganz unterschiedlich. aponet.de gibt einen kompakten Überblick über die wichtigsten Informationen zu Anmeldung, Terminvergabe und Ablauf der Impfaktion in Deutschland und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Straßenschild mit Aufschrift "Impfzentrum", darunter ist eine OP-Maske befestigt.
Bevor man ein Corona-Impfzentrum aufsucht, braucht man einen Termin. Die Vergabe unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern.
© Bihlmayer Fotografie/iStockphoto

Wer wird geimpft?

Zuerst geimpft werden Personen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, also Menschen über 80 Jahre und Pflegebedürftige sowie deren Pflegekräfte. Auch Menschen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten, in denen sie dem Virus verstärkt ausgesetzt sind, haben höchste Priorität. Die Coronavirus-Impfverordnung regelt die Reihenfolge und welche Nachweise erforderlich sind. Gehört man aufgrund von Vorerkrankungen zur Gruppe der hohen oder erhöhten Priorität, benötigt man ein ärztliches Zeugnis, das man am besten frühzeitig bei seinem Hausarzt anfragt.

Wie bekomme ich einen Termin?

Die Terminvergabe regeln die jeweiligen Bundesländer individuell. Dabei greifen die Länder auf Telefon-Hotlines, Online-Portale sowie postalische Einladungen zurück. In der Infobox unter diesem Beitrag sind Anlaufstellen in allen Bundesländern aufgelistet. Dort ist zu erfahren, ob man selbst aktiv werden muss oder zur Impfung eingeladen wird.

Was kostet die Impfung?

Eine im Impfzentrum oder durch mobile Impfteams durchgeführte Impfung ist für den Geimpften kostenlos, unabhängig davon, ob man gesetzlich oder privat versichert ist Das gilt auch für die Impfung beim Hausarzt. 

Muss ich mich gegen Corona impfen lassen?

Nein, die Impfung ist freiwillig. Auch wer sich bereits im Impfzentrum eingefunden hat, kann sich immer noch dagegen entscheiden.

Wo wird geimpft? 

Bislang Anfang April wurden die Impfungen fast ausschließlich in großen Impfzentren durchgeführt. Ein Impfzentrum bietet zwei große Vorteile gegenüber einer Arztpraxis: Zum einen können dort in der gleichen Zeit viel mehr Menschen geimpft werden, zum anderen ist dort eine spezielle Lagerung der Impfstoffe bei bis zu etwa minus 70 °C möglich. Um das Impfen zu beschleunigen, impfen seit dem 6. April 2021 auch niedergelassenen Hausärzte gegen das Coronavirus. Dabei soll auch die Strategie der zurückgehaltenen Impfdosen für die Zweitimpfung geändert werden: Diese sollen "deutlich reduziert werden" und das Impfintervall "möglichst ausgeschöpft werden", um so schnell wie möglich vielen Bürgern ein Impfangebot machen zu können. 

Kann ich den Impfstoff frei wählen?

In Deutschland sind vier Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen: jeweils ein mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und von Moderna sowie ein Vektorviren-Impfstoff von AstraZeneca und der Firma Johnson&Johnson. Aufgrund der anhaltenden Impfstoffknappheit ist eine freie Auswahl derzeit jedoch nicht möglich. Der AstraZeneca-Impfstoff, dessen Anwendung kurzzeitig wegen vereinzelt aufgetretener Sinusvenenthrombosen pausierte, wird nun bei Menschen über 60 Jahre weiter eingesetzt. Weil diese Nebenwirkungen überwiegend jüngere Menschen betrafen, entschloss sich die Bundesregierung, die Impfempfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff auf ältere Personengruppen zu beschränken. Jüngere, die bereits einmal mit der Astra-Zeneca-Vakzine geimpft wurden, sollen für die Zweitimpfung ein anderes Präparat erhalten. Das Präparat von Johnson&Johnson sollte ursprünglich ab Mitte April in Deutschland verimpft werden. Nun verzögert sich der Marktstart des Impfstoffs in der EU jedoch: Das Unternehmen erklärte am 13. April, man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich daher für die Verzögerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle. 

Wie oft werde ich geimpft?

Bei fast allen in Deutschland bislang zugelassenen Impfstoffen sind insgesamt zwei Impfungen notwendig. Also benötigt man auch zweimal einen Termin. Ausnahme ist der Impfstoff von Johnson&Johnson, hier ist nur eine einmalige Impfung notwendig. Die Coronavirus-Impfverordnung regelt die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Zeitabstände. Hier gibt es mittlerweile eine Änderung: Mittlerweile empfiehlt die STIKO für die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna einen Abstand von sechs Wochen zwischen den beiden Impfdosen. Zuvor lag der Abstand bei drei bzw vier bis sechs Wochen. Für die Astra-Zeneca-Vakzine gilt weiterhin ein Abstand von zwölf Wochen. 

Wie läuft die Impfung im Impfzentrum ab?

  • Im Vorfeld - Terminvereinbarung: Eine Impfung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. In der Infobox sind die dafür wichtigsten Internetseiten und Telefon-Hotlines aufgelistet.
  • Anmeldung: Im Impfzentrum werden Identität und Impfberechtigung überprüft. Hierzu benötigt man seinen Personalausweis und entsprechende Berechtigungsnachweise z.B. vom Pflegeheim, Arbeitgeber oder Arzt.
  • Information und Aufklärung: Impfwillige erhalten Informationsmaterialen zum Durchlesen. Anschließend klärt ein Arzt über mögliche Risiken auf und ein Aufklärungsmerkblatt sowie ein Einwilligungsbogen sind zu unterschreiben.
  • Impfung: Die Impfung wird durch medizinisches Personal in den Oberarmmuskel verabreicht. Die Impfung wird im Impfbuch dokumentiert.
  • Nachbeobachtung: Eine 30-minütige Wartezeit nach der Impfung dient dazu, mögliche Allergien auf den Impfstoff direkt zu erkennen und zu behandeln. Das kommt allerdings sehr selten vor.
  • Wichtig: Ein zweiter Impftermin ist absolut notwendig, damit die Impfung richtig wirken kann.

Warum dauert es so lange, bis man einen Termin bekommt?

Derzeit können viele Bundesländern keine zeitnahen Impf-Termine vergeben. Das liegt zum einen an Lieferengpässen seitens der Impfstoff-Hersteller, zum anderen an der hohen Nachfrage seitens der Bevölkerung. Die Bundesrepublik Deutschland beschafft die Impfstoffe und verteilt sie nach der Einwohnerzahl anteilig an die einzelnen Bundesländer, welche sich um die Terminvergabe kümmern. Sobald wieder ausreichend Impfstoff geliefert wird, werden wieder mehr Termine für die Impfung gegen Covid-19 zur Verfügung gestellt.

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Anzeige
Anzeige

Wirksame Gesichtspflege bei Rosacea

Rötungen im Gesicht können unangenehm sein. Die sebamed Forschung hat eine spezielle Pflegeserie…

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Telepharmazie

Sie suchen eine Apotheke mit Telepharmazieangebot?

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

Neue Apotheken Illustrierte

Alle 14 Tage neu in Ihrer Apotheke: Die NAI ist ein Magazin, das fundiert und leicht verständlich alle Fragen rund um die Gesundheit beantwortet.

nach oben
Notdienst finden