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Abnehmspritzen und -tabletten: Diese Nebenwirkungen sollten Anwender kennen

pta-ForumKatrin Faßnacht-Lee  |  12.09.2026 09:20 Uhr

Medikamente wie Semaglutid und Liraglutid können beim Abnehmen helfen. Häufig verursachen sie Übelkeit und andere Verdauungsbeschwerden. Weniger bekannt ist, dass beim schnellen Gewichtsverlust auch Muskelmasse verloren gehen kann. Zudem zeigen Studiendaten seltene, aber ernstere Risiken.

Eine etwas übergewichtige Frau schaut nach unten und hält sich mit beien Händen den Bauch.
Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den häufigeren Nebenwirkungen bei GLP1-Rezeptoragonisten.
© AaronAmat/iStockphoto

Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen sind häufig

GLP-1-Rezeptoragonisten wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Inzwischen kommen sie auch zur Gewichtsabnahme zum Einsatz. Zu den bekannten häufigeren Nebenwirkungen zählen vor allem Beschwerden des Magen-Darm-Trakts:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Bauchschmerzen und Sodbrennen
  • Völlegefühl, Spannungsgefühl und Blähungen 

Daneben können auch Schlafstörungen, Gelenkentzündungen und ein niedrige Blutdruck als mögliche Nebenwirkungen auftreten.

Warum beim Abnehmen auch Muskeln schwinden können

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) warnt davor, dass bei einer raschen Gewichtsabnahme nicht nur Fett abgebaut wird. Auch Muskelmasse kann verloren gehen. Dieses Risiko werde bei der Anwendung von Abnehmspritzen häufig unterschätzt.

Um die Muskeln möglichst gut zu erhalten, empfiehlt die Fachgesellschaft eine eiweißreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Eine qualifizierte ernährungsmedizinische Betreuung hält sie beim Abnehmen für unverzichtbar.

Diese seltenen Komplikationen zeigen Studiendaten

In wenigen Fällen können ernstere Erkrankungen auftreten. Hinweise darauf liefert etwa eine 2023 in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlichte Beobachtungsstudie. Untersucht wurden Gesundheitsdaten von Personen ohne Diabetes, die zwischen Semaglutid oder Liraglutid zur Gewichtsabnahme verschrieben bekommen hatten.

Im Vergleich zu Personen, die andere Abnehmmedikamente einnahmen, wurde eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse etwa neunmal häufiger beobachtet. Darmverschlüsse und Magenlähmungen traten jeweils etwa viermal häufiger auf. Bei einer Magenlähmung gelangt die Nahrung nur verzögert vom Magen in den Dünndarm. Zudem zeigte sich eine Tendenz zu mehr Gallenwegserkrankungen.

Die Ergebnisse belegen einen statistischen Zusammenhang, aber keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Außerdem sind die absoluten Fallzahlen der genannten Nebenwirkungen insgesamt gering.

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