Neue Wirkstoffklasse gegen schwer behandelbaren Bluthochdruck
Für Menschen mit sogenanntem resistentem Bluthochdruck gibt es möglicherweise bald eine neue Behandlungsoption. Von dieser Form spricht man, wenn der Blutdruck trotz mehrerer Medikamente nicht ausreichend sinkt.
Im Fokus stehen sogenannte Drostate. Diese Wirkstoffe hemmen gezielt die Bildung des Hormons Aldosteron, das den Blutdruck erhöhen kann. In den USA wurde mit dem Wirkstoff Baxdrostat bereits ein erster Vertreter zugelassen. In Studien sank der Blutdruck unter der Behandlung im Durchschnitt um 15 mmHg. Ein weiterer Wirkstoff, Lorundrostat, wird derzeit in einer fortgeschrittenen klinischen Studie untersucht.
Tablette statt Abnehmspritze?
Auch bei der Behandlung von starkem Übergewicht (Adipositas) stehen Neuerungen bevor, die in den USA bereits zugelassen sind. Besonders interessant ist der neue GLP-1-Rezeptoragonist Orforglipron. Anders als viele bekannte Medikamente zur Gewichtsreduktion muss es nicht gespritzt werden, sondern kann als Tablette eingenommen werden. Die Gewichtsreduktion fällt damit allerdings geringer aus als bei „Abnehmspritzen“.
Außerdem wird eine Kombination aus dem bekannten Wirkstoff Semaglutid und Cagrilintid geprüft. Beide sollen gemeinsam die Magenentleerung verzögern und das Sättigungsgefühl verstärken. Die Fixkombination ist für die Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes vorgesehen. In Studien verloren Teilnehmende durchschnittlich 20,4 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Untersucht wird derzeit noch, ob dabei die Muskelmasse besser erhalten bleibt als bei anderen GLP-1-Rezeptoragonisten.
Neue Möglichkeiten bei hohen Cholesterinwerten
Für Menschen mit erhöhtem Cholesterin könnte in wenigen Wochen Lerodalcibep zur Verfügung stehen. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der PCSK9-Hemmer, die das LDL-Cholesterin senken können. Vorteile sollen unter anderem eine längere Wirkdauer und ein geringeres Injektionsvolumen sein.
Neuer Ansatz gegen Brustkrebs
Kurz vor der Zulassung steht außerdem Vepdegestrant für bestimmte Formen von Brustkrebs. Der Wirkstoff gehört zu einer Klasse sogenannter PROTACs. Diese Medikamente sorgen dafür, dass krankheitsrelevante Eiweiße in Krebszellen gezielt abgebaut werden. In einer Zulassungsstudie verlängerte das Medikament die Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie.