Wer die neue Semaglutid-Tablette bekommen kann
Die Tabletten sind für Erwachsene mit Adipositas ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 zugelassen. Bei einem BMI ab 27 kommen sie infrage, wenn zusätzlich eine gewichtsbedingte Erkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck, eine Fettstoffwechselstörung oder Schlafapnoe vorliegt. Anders als die Spritze sind die Tabletten bislang nicht für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.
Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie bleiben unabhängig von der Darreichungsform die Basis der Adipositasbehandlung.
Semaglutid als Tablette: 13,6 Prozent Gewichtsverlust nach 64 Wochen
Sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid ahmen die Wirkung eines körpereigenen Darmhormons nach. Sie verstärken das Sättigungsgefühl und unterstützen die Gewichtsabnahme.
In der Zulassungsstudie nahmen Personen mit der täglichen 25-Milligramm-Tablette nach 64 Wochen durchschnittlich 13,6 Prozent ihres Gewichts ab. Je nach Ausgangsgewicht ist bei der entsprechenden Dosis im Mittel mit zehn bis zwölf Kilogramm Gewichtsabnahme innerhalb eines Jahres zu rechnen.
Auch die Nebenwirkungen ähneln denen der Spritze. Häufig sind vor allem zu Behandlungsbeginn Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Verdauungsbeschwerden. Schwere Nebenwirkungen sind selten.
Semaglutid-Tablette richtig einnehmen: Fasten und 30 Minuten warten
Die Behandlung beginnt mit 1,5 Milligramm täglich. Frühestens alle vier Wochen wird die Dosis schrittweise auf 4, 9 und schließlich 25 Milligramm erhöht. Bei Bedarf kann die bisherige Dosis länger beibehalten werden. Wichtig für die Aufnahme des Wirkstoffs:
- nach mindestens acht Stunden Fasten einnehmen,
- unzerkaut mit höchstens 120 Millilitern Wasser schlucken,
- anschließend 30 Minuten nichts essen oder trinken und keine anderen Medikamente einnehmen.
Was die Semaglutid-Tablette kostet
Die Tabletten werden – wie andere Medikamente zur Gewichtsabnahme – nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Die 9-Milligramm-Stärke kostet derzeit 233,32 Euro für einen Monat. Für die Erhaltungsdosis von 25 Milligramm wird ein ähnlicher Preis wie für den Pen erwartet – dieser liegt bei knapp 280 Euro pro Monat.
Tablette oder Spritze: Für wen welche Form praktischer sein kann
Ob Tablette oder Wochenspritze besser passt, lässt sich am besten gemeinsam mit Arzt und Apotheke klären. Bei Menschen, die bereits viele Medikamente einnehmen, kann der Fertigpen die bessere Alternative sein. Zudem kann es im Alltag schwierig sein, die vorgeschriebene Fastenzeit und den Abstand zur nächsten Mahlzeit einzuhalten.