Schwanger trotz Sterilisation: US-Studie zeigt überraschend viele Fälle

Natascha SchleifRüdiger Freund  |  02.09.2026 11:28 Uhr

Eine Sterilisation schließt eine Schwangerschaft nicht vollständig aus. In einer US-Studie berichteten drei bis fünf Prozent der sterilisierten Frauen später von einer ungeplanten Schwangerschaft.

Frau, hält einen Schwangerschaftstest in der Hand.
In den USA gibt es offenbar einige ungeplante Schwangerschaften trotz Sterilisation.
© Thanumporn Thongkongkaew/iStockphoto

Eine Schwangerschaft ist auch nach einer Sterilisation möglich. Bei dem Eingriff werden die Eileiter abgeklemmt oder durchtrennt. Dennoch gaben in einer großen US-Auswertung drei bis fünf Prozent der sterilisierten Frauen an, später ungeplant schwanger geworden zu sein.

Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Studienautoren dagegen, die Sterilisation grundsätzlich als zuverlässigste Verhütungsmethode anzusehen. Frauen mit einer Spirale oder einem Verhütungsimplantat würden seltener schwanger als Frauen nach einer Sterilisation, erklärte Erstautorin Dr. Eleanor Bimla Schwarz vom Zuckerberg San Francisco General Hospital. Die Ergebnisse veröffentlichte das Fachjournal “NEJM Evidence”.

Wie häufig kommt eine Schwangerschaft trotz Sterilisation vor?

Für die Studie werteten die Forscher Daten von mehr als 31.000 Frauen aus, die zwischen 2002 und 2015 erhoben worden waren. Insgesamt 4.184 Teilnehmerinnen gaben an, sich einer Sterilisation unterzogen zu haben. Drei bis fünf Prozent dieser Frauen berichteten später von einer ungeplanten Schwangerschaft.

Die Ergebnisse stammen aus Befragungsdaten. Aus dem vorliegenden Material geht nicht hervor, wie viel Zeit zwischen Sterilisation und Schwangerschaft lag oder welches Operationsverfahren jeweils angewendet wurde. Die drei bis fünf Prozent lassen sich daher nicht ohne Weiteres als allgemeine Versagerquote für jede Sterilisation und jeden Zeitraum verstehen.

Spirale und Implantat laut Studienautorin zuverlässiger

„Diese Studie zeigt, dass Sterilisation nicht als beste Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft angesehen werden kann“, sagte Schwarz. Verhütungsimplantate und Spiralen seien demnach mit weniger Schwangerschaften verbunden.

Konkrete Vergleichszahlen für die einzelnen Verhütungsmethoden nennt das vorliegende Material allerdings nicht. Wie groß der Unterschied ausfällt, lässt sich daraus deshalb nicht ableiten.

Sterilisation ist in den USA weit verbreitet

In den USA verwenden etwa 65 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren Verhütungsmittel. Unter den 30- bis 39-Jährigen haben sich den Angaben zufolge 21 Prozent für eine Sterilisation entschieden. Bei Frauen über 40 Jahren sind es 39 Prozent.

Besonders häufig wählen Frauen aus einkommensschwachen Gegenden sowie Frauen mit chronischen Erkrankungen den Eingriff. Seit dem Wegfall des allgemeinen Abtreibungsrechts im Jahr 2022 ist das Interesse an einer dauerhaften Verhütung bei vielen jungen Menschen gestiegen. Schwangerschaftsabbrüche sind in zahlreichen US-Bundesstaaten verboten oder stark eingeschränkt.

Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass eine Sterilisation eine Schwangerschaft nicht mit absoluter Sicherheit verhindert. Die genannte Häufigkeit bezieht sich jedoch auf die untersuchten US-Befragungsdaten aus den Jahren 2002 bis 2015.

Quellen: DOI 10.1056/EVIDe2400263, DOI 10.1056/EVIDoa2400023

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Baby & Familie

Im Fokus diesmal: warum Abwarten bei Schulterschmerzen oft besser ist, ein möglicher Zusammenhang…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben