Kalorienverbrauch messen: Smartwatches machen überraschend große Fehler

Katrin Faßnacht-Lee  |  02.09.2026 10:47 Uhr

Fitnessuhren zeigen beim Training neben Puls und Dauer auch die verbrannten Kalorien an. Auf diese Angabe sollte man sich jedoch nicht verlassen: Einer Studie zufolge überschätzen viele Geräte den Kalorienverbrauch deutlich – besonders bei Menschen mit einem höheren Körperfettanteil.

Ein leicht übergewichtiger Mann schaut beim Joggen auf seine Smartwatch.
Smartwatches sind gute Begleiter beim Sport. Beim Abnehmen helfen sie aber nur bedingt, da sie den Kalorienverbauch ungenau anzeigen.
© wsd.bih@gmail.com/iStockphot

Vier beliebte Smartwatches im Vergleich

Forschende der Florida International University testeten vier verschiedene Smartwatches bei 58 Erwachsenen. Sie absolvierten auf einem Liegefahrrad ein kontrolliertes Training mit abwechselnd mittlerer und hoher Intensität. Gleichzeitig ermittelte ein medizinisches Messgerät ihren tatsächlichen Energieverbrauch.

Fitnessuhren weichen beim Kalorienverbrauch 15 bis 25 Prozent ab

Die Kalorienangaben der Smartwatches wichen typischerweise um etwa 15 bis 25 Prozent vom gemessenen Wert ab. Bei den Geräten mit den größten Abweichungen lag der durchschnittliche Fehler noch deutlich höher. Zeigt eine Uhr beispielsweise 500 verbrannte Kilokalorien an, könnten es tatsächlich nur etwa 350 sein. 

Bei einer Urh kam es wiederholt zu technischen Problemen. Teilweise zeigte das Gerät für ein gesamtes Training nur eine Kilokalorie an oder lieferte gar keinen Wert. Die fehlerhaften Daten wurden deshalb aus der Auswertung entfernt.

Vorsicht beim Abnehmen: Höherer Körperfettanteil verschlechterte Genauigkeit

Mit zunehmendem Körperfettanteil wurden die Kalorienschätzungen ungenauer. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Studienleiter Jason Kostrna vermutet, dass die für die Berechnung verwendeten Algorithmen eine Rolle spielen könnten.

Gerade beim Abnehmen kann die Abweichung relevant sein. „Man kann die angezeigte Zahl der verbrannten Kalorien nicht als genauen Wert betrachten, denn das ist sie nicht“, erklärte Kostrna. Wer die überschätzten Kalorien beim Essen wieder einplane, könne unbemerkt mehr Energie aufnehmen als verbrauchen.

Wie man die Daten der Smartwatch dennoch nutzen kann

Die Forschenden empfehlen, den angezeigten Kalorienverbrauch eher als Obergrenze zu betrachten und für eine vorsichtige Einschätzung abzurunden. Verlässlicher sind laut den Forschenden meist Angaben zur Herzfrequenz und zur Trainingszeit in verschiedenen Pulsbereichen. Sinnvoller als einzelne Tageswerte ist es zudem, die persönliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

DOI: 10.1371/journal.pone.0353261

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