Die sogenannte Abnehmspritze mit dem Wirkstoff Semaglutid ist schon seit einigen Jahren auf dem deutschen Markt. Nun steht die Einführung der ersten Alternative in Tablettenform kurz bevor. Ab September wird das verschreibungspflichtige Medikament voraussichtlich auch in Deutschland verfügbar sein. Schon jetzt werben zweifelhafte Internetportale mit der Verordnung und Vorbestellung des Arzneimittels.
Gefahren bei Einnahme ohne Verordnung und Beratung
ABDA-Präsident Thomas Preis warnt: „Arzneimittel gegen Adipositas sind keine Lifestyle-Produkte, sondern hochwirksame Medikamente mit Risiken und Nebenwirkungen.“ Er verweist auf die Bedeutung persönlicher Beratung und pharmazeutischer Kontrolle.
Preis kritisiert Anbieter, die die neuen Pillen über das Internet vertreiben: „Wer den Eindruck erweckt, solche Therapien ließen sich per Mausklick organisieren, verkennt die Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten.“ Die neuen „Abnehmpillen“ müssten täglich unter besonderen Bedingungen eingenommen werden: Vor der Einnahme darf man mindestens acht Stunden lang nichts gegessen haben. Danach sind für 30 Minuten Essen, Getränke und andere Arzneimittel zu vermeiden. Schon kleine Anwendungsfehler könnten die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigen und die Nebenwirkungen erhöhen, so Preis.
Beratung zur sicheren Einnahme der Abnehmpille
Apothekerinnen und Apotheker prüfen Verordnungen auf mögliche Wechselwirkungen, Risiken und Anwendungsfehler. Die unabhängige Prüfung in der Apotheke ist ein zentraler Baustein der Arzneimitteltherapiesicherheit. Preis: „Gerade bei GLP-1-Rezeptoragonisten, den sogenannten Schlankheitsmitteln, mit ihren besonderen Anwendungsbedingungen, möglichen Nebenwirkungen und häufigen Begleitmedikationen trägt diese zusätzliche Kontrolle wesentlich zu einer sicheren und erfolgreichen Behandlung bei.“
Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Therapie zählen insbesondere zu Behandlungsbeginn Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen.