Warum juckt und spannt die Haut im Winter? Der Podcast erklärt Ursachen, Pflege-Tipps und wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist.
Warum juckt und spannt die Haut im Winter? Der Podcast erklärt Ursachen, Pflege-Tipps und wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist.
Kälte, eisiger Wind und trockene Heizungsluft setzen unserer Haut im Winter stark zu. Darüber sprechen Sabine Sebald und Natascha Schleif im Podcast von aponet.de. Ein zentraler Punkt: Bei niedrigen Temperaturen arbeiten die Talgdrüsen langsamer. Sie produzieren weniger Lipide, also Fette, die normalerweise wie ein Schutzschild auf der Haut liegen.
Dieser dünnere Schutzmantel sorgt dafür, dass Feuchtigkeit schneller verdunstet. Gleichzeitig ist die Luftfeuchtigkeit draußen und in beheizten Räumen deutlich niedriger. Die Haut trocknet aus, oft schleichend, manchmal aber auch sehr plötzlich.
Im Winter waschen wir uns häufiger die Hände, vor allem in der Erkältungszeit. Wasser, Seife und Desinfektionsmittel greifen die Hautbarriere zusätzlich an. Auch häufiges Duschen oder lange, heiße Bäder entziehen der Haut Lipide. All das verstärkt den Feuchtigkeitsverlust, besonders an Händen, Beinen und im Gesicht.
Trockene Haut zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Typisch sind raue oder schuppige Stellen, Rötungen und Juckreiz, häufig an den Schienbeinen. Viele spüren auch ein Spannungsgefühl nach dem Waschen oder Duschen.
Auffällig sind feine Trockenheitsfältchen, vor allem um die Augen. Diese haben nichts mit Hautalterung zu tun, sondern entstehen durch Feuchtigkeitsmangel. Mit der richtigen Pflege können sie sich wieder zurückbilden, ein wichtiger Punkt, den die Podcast-Expertinnen betonen.
Regelmäßiges Eincremen ist im Winter das A und O. Ideal sind zwei Anwendungen täglich. Besonders geeignet sind Wasser-in-Öl-Emulsionen. Sie enthalten mehr Lipide und helfen, die Feuchtigkeit in der Haut zu halten.
Bewährte Inhaltsstoffe sind Ceramide, Nachtkerzenöl, Mandelöl oder Jojobaöl. Auf Peelings und alkoholhaltige Gesichtswässer sollte man in der kalten Jahreszeit verzichten. Reinigungsöle sind eine sanfte Alternative, weil sie die Haut nicht zusätzlich austrocknen.
Auch von innen lässt sich die Haut unterstützen. Sabine Sebald und Natascha Schleif empfehlen, täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Nach dem Duschen oder Baden sollte die Haut sofort eingecremt werden. Kurzes Duschen ist besser als langes, heißes Baden. Pflegende Badezusätze können helfen, den Fettfilm der Haut zu schützen.
Wenn der Juckreiz stark wird, die Haut entzündet ist oder nässt, reicht Pflege allein oft nicht mehr aus. Dann sollte man einen Dermatologen aufsuchen. Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis sind im Winter besonders gefährdet, da ihre Hautbarriere ohnehin geschwächt ist.
Facharzttermine lassen oft Monate auf sich warten. Deshalb weisen die Podcast-Gastgeberinnen auf Online-Hautchecks hin. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten diesen Service an. Über eine gesicherte Plattform können Fotos und eine Beschreibung der Hautveränderungen hochgeladen werden.
Innerhalb von etwa 48 Stunden folgt eine fachärztliche Einschätzung, bei Bedarf auch ein Rezept. Alternativ kann der Hausarzt erste Schritte einleiten und bei dringendem Verdacht eine Überweisung ausstellen. Das spart Zeit und kann Beschwerden schneller lindern.
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