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Lebenserwartung sinkt durch die Corona-Pandemie

ZOU  |  18.10.2022

Covid-19 hat einen langanhaltenden Rückgang der Lebenserwartung verursacht: Weltweit ist es zu Veränderungen der Sterblichkeit gekommen, teilweise so stark wie beim Zusammenbruch der Sowjetunion, berichten Wissenschaftler in dem Fachblatt „Nature Human Behaviour“.

Mann, hält einen Globus in der Hand.
Vor allem in Ländern mit niedriger Impfrate ist die Lebenserwartung gesunken.
© nito100/iStockphoto

Laut Daten aus Chile, den USA sowie 29 Ländern in Europa ist die Lebenserwartung im Jahr 2021 in allen Ländern niedriger als erwartet geblieben – im Gegensatz zu anderen Pandemien, bei denen die Lebenserwartung relativ schnell wieder auf das bisherige Niveau anstieg. Auch dass Covid-19 deutlich gefährlicher als die Virusgrippe ist, lässt sich klar an den Daten ablesen.

2021 gab es jedoch unterschiedliche Entwicklungen: In den meisten Ländern Westeuropas war die Lebenserwartung nach den starken Verlusten im Jahr 2020 wieder angestiegen. In Schweden, der Schweiz, Belgien und Frankreich war sie auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt. In England und Wales erholte sie sich teilweise, während sie in Schottland und Nordirland auf dem niedrigen Niveau von 2020 blieb. Osteuropa und die USA erlebten dagegen in diesem Zeitraum einen weiteren Rückgang der Lebenserwartung; in Osteuropa sank sie ähnlich stark wie beim Zusammenbruch der Sowjetunion.

Hohe Impfrate lässt Lebenserwartung steigen

Die Verluste waren allgemein größer in Ländern, die schon vor der Pandemie eine niedrigere Lebenserwartung hatten. In Bulgarien war dies mit einem Rückgang der Lebenserwartung um fast 43 Monate in den zwei Jahren der Pandemie am stärksten ausgeprägt. Auch in Chile, Kroatien, der Tschechischen Republik, Estland, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Litauen, Polen und der Slowakei hatte die Sterblichkeit 2021 im Vergleich zu 2020 weiter zugenommen. In Ländern mit einer hohen Impfrate war die Lebenserwartung dagegen weniger stark gesunken.

Ältere Menschen, insbesondere die über 80-Jährigen, die 2020 den Großteil der Todesfälle ausmachten, profitierten 2021 vom Impfschutz. Dr. Jonas Schöley vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock Max-Planck-Institut sagte: „Länder wie Schweden, die Schweiz, Belgien und Frankreich haben es geschafft, die Lebenserwartung wieder auf das Niveau vor der Pandemie zu bringen, weil sie es geschafft haben, sowohl die Alten als auch die Jungen zu schützen.“

Quelle: DOI 10.1038/s41562-022-01450-3

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