Krankheitsbild
Die Shigellen-Ruhr ist eine schwere Infektion des Darms. Die Erreger dringen in die Darmschleimhaut ein und lösen dort schwere wässrige bis blutige Durchfälle aus. Betroffene fühlen sich oft stark geschwächt und leiden zusätzlich unter allgemeinem Krankheitsgefühl.
Symptome/Verlauf
Die typischen Beschwerden treten meist plötzlich auf und verschlimmern sich innerhalb kurzer Zeit. Dazu gehören:
- Sehr häufiger Durchfall, oft mit Schleim und Blut
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Fieber und Schüttelfrost
- Übelkeit und gelegentlich Erbrechen
Der Verlauf kann von mild bis schwer reichen. Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächtem Immunsystem reagieren empfindlich und erkranken oft heftiger.
Folgen/Komplikationen
Durch den starken Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Es kann schnell zu einer Austrocknung kommen, die unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Einige Shigellen Arten können zudem giftige Stoffe freisetzen, die den Darm schädigen und in seltenen Fällen auch andere Organe belasten. Bei sehr schweren Verläufen kann es zu Kreislaufproblemen, Nierenfunktionsstörungen oder einer Entzündung des Dickdarms kommen.
Ursachen/Risikofaktoren
Shigellen werden vor allem über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel sowie durch Schmierinfektionen weitergegeben. Besonders risikoreich sind Reisen in Regionen mit eingeschränkter Hygiene. Zudem begünstigen enge Wohn- oder Betreuungssituationen, etwa in Gemeinschaftsunterkünften oder Kinderbetreuungseinrichtungen eine Übertragung. Auch mangelnde Handhygiene und der Kontakt zu bereits Erkrankten erhöhen das Krankheitsrisiko. Die Erreger sind sehr ansteckend und schon wenige Bakterien reichen für eine Infektion aus.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er sorgt für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und den Ersatz von dem durch den Durchfall verlorenen gegangenen Elektrolyten. In schweren Fällen verschreibt er oft geeignete bestimmten Antibiotika.
Das kann man selbst tun: Auf ausreichendes Trinken und leichte Kost achten sowie sorgfältige Hygiene einhalten. Grenzen sind erreicht, wenn Blut im Stuhl, starkes Fieber, Anzeichen von Austrocknung oder andauernde Beschwerden auftreten. Dann ist sofort ärztliche Hilfe notwendig.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.