Fibromyalgie
Was ist das? - Definition
Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom, bei dem weit verbreitete Muskel- und Gewebeschmerzen zusammen mit Erschöpfung und weiteren Beschwerden auftreten. Die Erkrankung ist nicht gefährlich, aber belastet den Alltag oft stark.
Krankheitsbild
Fibromyalgie zählt zu den chronischen Schmerzerkrankungen. Sie betrifft vor allem Muskeln und Bindegewebe, ohne dass sich erkennbare Schäden nachweisen lassen. Charakteristisch ist eine dauerhaft erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Die Erkrankung beginnt meist schleichend und bleibt oft über viele Jahre bestehen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden sind vielfältig und können im Laufe des Tages schwanken. Häufig treten auf:
- Weit verbreitete Muskel- und Gewebeschmerzen
- Ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung
- Schlafstörungen
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Druck
Der Verlauf ist meist chronisch mit besseren und schlechteren Phasen. Belastungen, Stress oder Wetterwechsel können die Beschwerden verstärken, während Ruhe oder Entspannung zeitweise Linderung bringen.
Folgen/Komplikationen
Fibromyalgie führt nicht zu Organschäden, kann aber körperlich und seelisch stark belasten. Anhaltende Schmerzen, Schlafmangel und Erschöpfung können die Leistungsfähigkeit einschränken. Manche Betroffene entwickeln depressionsähnliche Symptome oder ziehen sich aus sozialen Aktivitäten zurück. Ohne passende Unterstützung kann die Lebensqualität deutlich sinken.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Zu den Risikofaktoren gehören eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Nervensystems, genetische Veranlagung, anhaltender Stress und bestimmte Infekte in der Vorgeschichte. Auch Schlafstörungen sowie körperliche oder seelische Belastungen können das Risiko erhöhen oder einen Schub auslösen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann bestimmte Schmerzmittel oder Mittel zur Stabilisierung des Nervensystems einsetzen. Wichtig sind auch Bewegungstherapie und unterstützende Gespräche.
Das kann man selbst tun: Regelmässige leichte Bewegung, Wärmeanwendungen, Stressreduktion und ein gesunder Schlafrhythmus tragen zur Linderung der Symptome bei. Grenzen bestehen, wenn starke Einschränkungen auftreten oder Selbsthilfemassnahmen nicht ausreichen. Dann ist ärztliche Unterstützung notwendig.
Bearbeitungsstand: 01.04.2026
Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.