Divertikel: Schmerzen, Gluckern im linken Oberbauch unter den Rippen zeigen Gefahr

Esther Langmaack  |  27.05.2026 16:29 Uhr

Blähungen, Schmerzen im linken Oberbauch oder ein lautes Gluckern im Darm wirken oft harmlos. Dahinter kann jedoch eine Divertikulose stecken: kleine Ausstülpungen in der Darmwand. Ärzte sprechen von Divertikeln. Entzünden sie sich, entsteht eine Divertikulitis, die behandelt werden muss.

Ältere Frau, hat starke Bauchschmerzen.
Eine Divertikulitis macht sich oft durch heftige Bauchschmerzen bemerkbar, die einer Blinddarmentzündung ähneln.
© fizkes/iStockphoto

In rund 90 Prozent der Fälle bilden sich die Aussackungen auf der linken Seite des Dickdarms. Besonders häufig treten sie ab dem 60. Lebensjahr auf. Etwa jeder dritte Senior ist betroffen. Experten vermuten, dass schwaches Bindegewebe und eine ballaststoffarme Ernährung die Entstehung begünstigen.

Solange die Divertikel keine Beschwerden verursachen, gilt die Divertikulose als harmlos. Ärzte diagnostizieren die Ausstülpungen in der Darmwand mithilfe von Röntgenbildern, per Ultraschall oder Computertomographie. Auch eine Darmspiegelung kann häufig Hinweise auf die Schwachstellen geben.

Welche Beschwerden können Divertikel verursachen?

Viele Betroffene spüren zunächst nur leichte Verdauungsprobleme. Typische Symptome sind:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen links
  • Druckgefühl im Bauch
  • Verstopfung oder Durchfall
  • hörbares Gluckern im Darm

Oft treten die Beschwerden nach dem Essen auf. Viele halten sie deshalb lange für harmlose Verdauungsprobleme.

Wann wird eine Divertikulitis gefährlich?

Bleiben Speisereste oder kleine Kerne in den Divertikeln hängen, können sich die Aussackungen entzünden. Dann sprechen Ärzte von einer Divertikulitis. Die Beschwerden ähneln häufig einer Blinddarmentzündung, allerdings auf der linken Bauchseite.

Werden die Schmerzen stärker oder kommen Fieber, Erbrechen oder Blut im Stuhl hinzu, sollten Betroffene zum Arzt gehen. Auch Durchfall und Verstopfung im Wechsel gelten als Warnzeichen. Unbehandelt kann eine Divertikulitis schwere Folgen haben. Möglich sind ein Darmverschluss oder ein Darmdurchbruch. Beide Komplikationen sind lebensgefährlich.

So wird eine Divertikulitis behandelt

Bei einer starken Entzündung müssen Patienten häufig ins Krankenhaus. Dort erhalten sie meist Antibiotika, damit die Entzündung zurückgeht. Ärzte versuchen eine Operation möglichst erst dann durchzuführen, wenn sich der Darm beruhigt hat. Häufig erfolgt der Eingriff vier bis sechs Wochen nach der akuten Phase. Dabei entfernen Chirurgen den betroffenen Darmabschnitt. Das ist vor allem bei schweren oder wiederkehrenden Entzündungen notwendig.

Auch wenn eine Divertikulitis komplikationslos verläuft, muss bei starken Entzündungswerten ebenfalls stationär mit einer Antibiotikatherapie behandelt werden. Auch nach erfolgreicher Behandlung kann erneut eine Divertikulitis auftreten. Das betrifft knapp jeden dritten Patienten. Die Mehrheit bleibt danach jedoch dauerhaft beschwerdefrei.

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