Mastoiditis

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  02.04.2026 00:00 Uhr

Eine Mastoiditis ist eine bakterielle Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr. Sie entsteht meist als Komplikation einer Mittelohrentzündung und kann unbehandelt schwerwiegende Folgen haben.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Der Warzenfortsatz (Mastoid) ist ein knöcherner Teil des Schläfenbeins hinter der Ohrmuschel, der von luftgefüllten Hohlräumen durchzogen ist. Bei einer Mastoiditis breitet sich eine Entzündung aus dem Mittelohr in diese Bereiche aus, sodass sich dort Eiter ansammelt.
Die Erkrankung tritt heute eher selten auf, da Mittelohrentzündungen meist gut behandelt werden. Besonders betroffen sind Kinder. Wird die Entzündung jedoch nicht rechtzeitig erkannt oder ausreichend behandelt, kann sie sich weiter ausbreiten.

Symptome / Verlauf

Die Beschwerden ähneln zunächst einer Mittelohrentzündung, sind aber oft stärker oder treten nach einer scheinbaren Besserung erneut auf.

  • Druckschmerz hinter dem Ohr am oft geschwollenen Mastoid
  • anhaltende oder zunehmende Ohrenschmerzen
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • schmerzhafte, gerötete Schwellung hinter dem Ohr
  • manchmal abstehende Ohrmuschel
  • häufig vermindertes Hören
  • mitunter ein pochendes Gefühl im Ohr
  • häufig Austritt von eitrigem Sekret aus dem Ohr

Bei kleinen Kindern sind die Anzeichen oft unspezifisch, etwa Unruhe, häufiges Greifen ans Ohr oder Erbrechen.

Folgen / Komplikationen

Unbehandelt kann sich die Infektion auf umliegende Strukturen ausbreiten und gefährliche Komplikationen verursachen. Dazu gehören Abszesse im Bereich des Knochens oder im Gehirn, eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung. Auch Nerven können betroffen sein, was zu einer Gesichtslähmung führen kann. Greift die Entzündung auf das Innenohr über, drohen Hörverlust und Gleichgewichtsstörungen. Eine frühzeitige Behandlung ist daher entscheidend, um schwere Verläufe zu verhindern.

Ursachen / Risikofaktoren

Auslöser ist meist eine bakterielle Infektion, die sich aus einer Mittelohrentzündung entwickelt. Häufig beteiligte Erreger sind Pneumokokken, Streptokokken oder Haemophilus influenzae.
Begünstigt wird die Erkrankung unter anderem durch:

  • eine nicht vollständig ausgeheilte Mittelohrentzündung
  • eine geschwächte Immunabwehr
  • erschwerten Abfluss von Sekret aus dem Ohr
  • unzureichende oder zu früh beendete Antibiotikatherapie

Oft gehen der Erkrankung auch Virusinfektionen der oberen Atemwege voraus.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, meist intravenös. Zusätzlich können Schmerzmittel eingesetzt werden. Bei schweren Verläufen oder Komplikationen kann ein operativer Eingriff notwendig sein, um entzündetes Gewebe zu entfernen und Eiter abzuleiten.
Das kann man selbst tun: Wichtig ist, eine Mittelohrentzündung konsequent auszuheilen und verordnete Medikamente wie Antibiotika vollständig einzunehmen. Bei anhaltenden oder erneut auftretenden Beschwerden sollte frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden.Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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