Krankheitsbild
Morbus Forestier, auch als diffuse idiopathische skelettale Hyperostose bekannt, betrifft vor allem die Wirbelsäule. Dabei bilden sich entlang der Knochen vermehrt harte Ablagerungen, die oft die Beweglichkeit einschränken. Die Erkrankung entwickelt sich langsam und bleibt anfangs oft unbemerkt. Mit der Zeit versteift sich die Wirbelsäule immer mehr, so dass manche Alltagsbewegungen schwerer fallen.
Symptome/Verlauf
Nicht alle Betroffenen bemerken früh Beschwerden. Typisch sind jedoch
:
- schleichend zunehmende Steifheit, vor allem am Morgen
- Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule
- Druck oder Ziehschmerz im Rückenbereich
- Schluckbeschwerden, wenn Verknöcherungen den Halsbereich betreffen
Der Verlauf ist meist langsam fortschreitend. Manche Menschen haben nur geringe Probleme, während andere deutliche Einschränkungen im Alltag spüren. Die Beschwerden können in Phasen auftreten und sich wieder bessern.
Folgen/Komplikationen
Die zunehmende Verknöcherung kann langfristig zu ausgeprägter Steifheit führen. Selten kommt es zu Nervenreizungen, wenn Morbus Forestier angrenzende Strukturen einengt. Betroffene können durch die eingeschränkte Beweglichkeit unsicherer reagieren und dadurch ein erhöhtes Sturzrisiko besitzen. Im Halsbereich können ausgeprägte Verkalkungen auf Speise- oder Luftröhre drücken und zu Schluck- oder Atembeschwerden führen.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Vermutet werden altersbedingte Veränderungen, ein erhöhter Stoffwechselumsatz oder eine steigende Belastung der Sehnenansätze. Zu den Risikofaktoren zählen höhere Lebensjahre, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sowie familiäre Anfälligkeit. Die Erkrankung entsteht meist über viele Jahre hinweg.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann gezielte Bewegungstherapie empfehlen. Gegen Schmerzen eignen sich entzündungshemmenden Mitteln behandeln. Bei Bedarf kommt auch Physiotherapie zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Regelmässige sanfte Bewegung, Wärme und Haltungsübungen tragen zur Linderung bei. Grenzen bestehen, wenn starke Schmerzen auftreten, Taubheitsgefühle entstehen, Schluck- oder Atembeschwerden zunehmen oder die Beweglichkeit plötzlich stark abnimmt. Dann ist ärztliche Hilfe notwendig.Quellenangabe:
Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.