Bohnen, Kartoffeln, Rhabarber: Diese Gemüsesorten können roh gefährlich werden

Katrin Faßnacht-Lee  |  18.07.2026 08:22 Uhr

Einige Gemüsesorten wie rohe Bohnen, grüne Kartoffeln oder Rhabarber enthalten von Natur aus giftige Stoffe. Eine Erhebung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt: Nur knapp jeder Zweite kennt diese Stoffe. Welche Lebensmittel betroffen sind und wie Sie sich einfach schützen.

Rohe grüne Bohnen und Tomaten
Frisches Gemüse ist gesund - allerdings enthalten manche Sorten auch natürliche Giftstoffe.
© istock/fabioderby

Rohe Bohnen: Phasin kann Vergiftungen auslösen

Grüne Bohnen gilt es, niemals roh zu essen. Sie enthalten einen giftigen Eiweißstoff namens Phasin. Dieser bewirkt, dass rote Blutkörperchen (Erythrozyten) verkleben und behindert so letztlich auch den Sauerstofftransport. Außerdem schädigt der Giftstoffstoff die Darmschleimhaut. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen bis hin zu Schockzuständen. Die Beschwerden treten nach zwei bis drei Stunden auf.

So schützen Sie sich: Wer Bohnen mindestens zehn Minuten lang gut durchkocht, zerstört damit das Phasin.

Grüne Kartoffeln: Solanin steckt vor allem in Schale und Keimen

Alkaloide wie das Solanin kommen natürlicherweise in Kartoffeln vor. Sie reichern sich dabei insbesondere in grünen, keimenden und beschädigten Kartoffeln sowie in Kartoffelschalen an. Sie dienen der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern. Solanin ist für den Menschen giftig, das äußert sich durch Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall, mitunter begleitet von Fieber. Bei schweren Vergiftungsfällen können zusätzlich Bewusstseinsstörungen auftreten.

So schützen Sie sich: Grüne, beschädigte sowie keimende Stellen großzügig entfernen und Kartoffeln kühl, trocken und dunkel lagert. Die Schale nur bei unbeschädigten Kartoffeln mitessen. Für kleine Kinder die Kartoffeln immer schälen.

Grüne Tomaten: Ist Tomatin wirklich gefährlich?

Auch das Tomatin gehört zu den sogenannten Alkaloiden. Anders als Solanin gilt Tomatin in den Mengen, die in grünen Tomaten vorkommen, nach aktuellem Wissensstand für Erwachsene als unproblematisch. So gibt das Bundeszentrum für Ernährung auch Entwarnung: „Für Menschen sind die in den unreifen Früchten enthaltenen Mengen an Tomatin unschädlich, sodass auch nicht ausgereifte, grüne Tomaten in normalen Mengen bedenkenlos verzehrt werden können.“

So schützen Sie sich: Da kleine Kinder ein geringeres Körpergewicht mitbringen und möglicherweise empfindlicher reagieren, sollte sie besser keine grünen Tomaten essen.

Rhabarber und Mangold: Wann Oxalsäure problematisch werden kann

Oxalsäure ist in einigen Lebensmitteln enthalten und sorgt für ein „pelziges“ Gefühl im Mund. Sie kann mit Calcium zusammen ein Oxalat bilden, das Nierensteine und Calciummangel begünstigt. Ab und zu genossen, sind Rhabarber, Mangold oder Rote Bete für die meisten Menschen aber unbedenklich.

So schützen Sie sich: Wer die Gemüsesorten vor der Weiterverarbeitung kurz blanchiert und das Wasser weggießt, kann den Oxalsäuregehalt verringern. Experten empfehlen lediglich Menschen mit Nierenerkrankungen oder Neigung zu Harnsteinen, oxalsäurehaltige Lebensmittel besser zu meiden.

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