Antibiotika gegen Blasenentzündung im Vergleich: Welcher Wirkstoff liegt vorn?

Pharmazeutische Zeitung  |  13.05.2026 14:20 Uhr

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen werden mehrere verschiedene Antibiotika gleichberechtigt als Erstlinientherapeutika empfohlen. In einer Studie wurden nun die drei Kandidaten verglichen.

Frau hält sich den Unterleib, im Hintergrund ist eine Toilette zu erkennen.
Auch unkomplizierte Harnwegsinfekte wie Blasenentzündungen können belasten. Eine Studie hat nun vier gängige Antibiotika zur Therapie verglichen.
© choi dongsu/iStockphoto

Das AntibiotikumNitrofurantoin half mehr Frauen mit Blasenentzündungen und anderen unkomplizierte Harnwegsinfektionen (HWI) als andere, ebenfalls in der der deutschen Leitlinie erwähnte Antibiotika. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie aus Barcelona, die Nitrofurantoin, Fosfomycin (in zwei verschiedenen Dosierungen) und Pivmecillinam betrachtet hat. Bislang fehlten jedoch direkte Vergleichsdaten der drei Antibiotika, die auch verschiedene internationale Leitlinien nennen. Häufig verursachen Escherichia coli HWI, was dann oft mit einer kurzen Antibiotika-Gabe behandelt wird. 

Drei Antibiotika verglichen

An der Studie nahmen in Summe 768 Frauen mit HWI teil. Die vier etwa gleichgroßen Gruppen erhielten entweder:

  • eine Einmaldosis Fosfomycin,
  • zwei Dosen Fosfomycin im Abstand von 24 Stunden,
  • drei Mal täglich Nitrofurantoin für drei Tage oder
  • drei Mal täglich Pivmecillinam für drei Tage. 

Entscheidend war, ob die Beschwerden nach sieben Tagen vollständig verschwunden waren.

Spitzenreiter: 74 Prozent der Betroffenen beschwerdefrei nach sieben Tagen

Das beste Ergebnis zeigte Nitrofurantoin: Rund 74 Prozent der Patientinnen waren nach einer Woche beschwerdefrei. Mit Pivmecillinam und der doppelten Fosfomycin-Gabe erreichten das jeweils etwa 70 Prozent. Am schlechtesten schnitt die einmalige Gabe von Fosfomycin ab – hier verschwanden die Symptome nur bei 59 Prozent vollständig.

Jede Vierte bis Fünfte erlebte meist milde Nebenwirkungen

In puncto Verträglichkeit gab es geringe Unterschiede. Nebenwirkungen traten auf unter:

  • Nitrofurantoin bei 27 Prozent
  • Pivmecillinam bei 21 Prozent; eine davon war schwerwiegend, nämlich eine Nierenbeckenentzündung
  • Zwei Dosen Fosfomycin bei 26 Prozent
  • Eine Dosis Fosfomycin bei 20 Prozent 

Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren meistens mild, endeten ohne Behandlung und Magen-Darm-Trakt. Insgesamt gab es vier schwerwiegende Nebenwirkungen. 

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen: Nitrofurantoin überzeugt am meisten

Das Autorenteam folgert aus diesen Ergebnissen, dass die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei HWI überdacht werden sollte: Die Einzeldosis dieses Wirkstoffs war in der Untersuchung am wenigsten wirksam. Bei insgesamt guter Verträglichkeit habe Nitrofurantoin am meisten überzeugt.

Therapieentscheidungen nur in Absprache

Therapieentscheidungen sollten immer mit einem Arzt, einer Ärztin besprochen werden. Welches Antibiotikum sich konkret für wen am besten eignet, kann auch von Vorerkrankungen und anderer Medikation abhängen. 

DOI: 10.1016/S0140-6736(25)02171-3

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