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Antibiotika bei Blasenentzündung: Nitrofurantoin schneidet im Vergleich am besten ab

Pharmazeutische ZeitungRüdiger Freund  |  03.09.2026 13:54 Uhr

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen kommen verschiedene Antibiotika infrage. Eine Studie mit 768 Frauen zeigt deutliche Unterschiede: Am häufigsten verschwanden die Beschwerden unter Nitrofurantoin.

Junge Frau nimmt Tablette ein.
Auch unkomplizierte Harnwegsinfekte wie Blasenentzündungen können belasten. Eine Studie hat nun vier gängige Antibiotika zur Therapie verglichen.
© Prostock-Studio/iStockphoto

Welches Antibiotikum wirkte bei Blasenentzündung am besten?

Das Antibiotikum Nitrofurantoin half mehr Frauen mit Blasenentzündungen und anderen unkomplizierten Harnwegsinfektionen (HWI) als andere antibiotische Wirkstoffe, die ebenfalls in der deutschen Leitlinie erwähnt sind. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie aus Barcelona, die Nitrofurantoin, Fosfomycin (in zwei verschiedenen Dosierungen) und Pivmecillinam betrachtet hat. Bislang fehlten jedoch direkte Vergleichsdaten der drei Antibiotika, die auch verschiedene internationale Leitlinien nennen. Häufig verursachen Escherichia coli HWI, was dann oft mit einer kurzen Antibiotika-Gabe behandelt wird. 

Nitrofurantoin, Fosfomycin und Pivmecillinam im direkten Vergleich

An der Studie nahmen in Summe 768 Frauen mit HWI teil. Die vier etwa gleichgroßen Gruppen erhielten entweder:

  • eine Einmaldosis Fosfomycin,
  • zwei Dosen Fosfomycin im Abstand von 24 Stunden,
  • drei Mal täglich Nitrofurantoin für drei Tage oder
  • drei Mal täglich Pivmecillinam für drei Tage. 

Entscheidend war, ob die Beschwerden nach sieben Tagen vollständig verschwunden waren.

Fosfomycin: Einzeldosis schnitt deutlich schlechter ab

Das beste Ergebnis zeigte Nitrofurantoin: Rund 74 Prozent der Patientinnen waren nach einer Woche beschwerdefrei. Mit Pivmecillinam und der doppelten Fosfomycin-Gabe erreichten das jeweils etwa 70 Prozent. Am schlechtesten schnitt die einmalige Gabe von Fosfomycin ab – hier verschwanden die Symptome nur bei 59 Prozent vollständig.

Wie häufig waren Nebenwirkungen?

In puncto Verträglichkeit gab es geringe Unterschiede. Nebenwirkungen traten auf unter:

  • Nitrofurantoin bei 27 Prozent
  • Pivmecillinam bei 21 Prozent; eine davon war schwerwiegend, nämlich eine Nierenbeckenentzündung
  • Zwei Dosen Fosfomycin bei 26 Prozent
  • Eine Dosis Fosfomycin bei 20 Prozent 

Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren meistens mild und endeten ohne Behandlung. Insgesamt gab es vier schwerwiegende Nebenwirkungen. 

Das Autorenteam folgert aus diesen Ergebnissen, dass die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei HWI überdacht werden sollte: Die Einzeldosis dieses Wirkstoffs war in der Untersuchung am wenigsten wirksam. Bei insgesamt guter Verträglichkeit habe Nitrofurantoin am meisten überzeugt.

Welches Antibiotikum eignet sich für wen?

Therapieentscheidungen sollten immer mit einem Arzt, einer Ärztin besprochen werden. Welches Antibiotikum sich konkret für wen am besten eignet, kann auch von Vorerkrankungen und anderer Medikation abhängen. 

Quelle: DOI 10.1016/S0140-6736(25)02171-3

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