Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen kommen verschiedene Antibiotika infrage. Eine Studie mit 768 Frauen zeigt deutliche Unterschiede: Am häufigsten verschwanden die Beschwerden unter Nitrofurantoin.

Das Antibiotikum Nitrofurantoin half mehr Frauen mit Blasenentzündungen und anderen unkomplizierten Harnwegsinfektionen (HWI) als andere antibiotische Wirkstoffe, die ebenfalls in der deutschen Leitlinie erwähnt sind. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie aus Barcelona, die Nitrofurantoin, Fosfomycin (in zwei verschiedenen Dosierungen) und Pivmecillinam betrachtet hat. Bislang fehlten jedoch direkte Vergleichsdaten der drei Antibiotika, die auch verschiedene internationale Leitlinien nennen. Häufig verursachen Escherichia coli HWI, was dann oft mit einer kurzen Antibiotika-Gabe behandelt wird.
An der Studie nahmen in Summe 768 Frauen mit HWI teil. Die vier etwa gleichgroßen Gruppen erhielten entweder:
Entscheidend war, ob die Beschwerden nach sieben Tagen vollständig verschwunden waren.
Das beste Ergebnis zeigte Nitrofurantoin: Rund 74 Prozent der Patientinnen waren nach einer Woche beschwerdefrei. Mit Pivmecillinam und der doppelten Fosfomycin-Gabe erreichten das jeweils etwa 70 Prozent. Am schlechtesten schnitt die einmalige Gabe von Fosfomycin ab – hier verschwanden die Symptome nur bei 59 Prozent vollständig.
In puncto Verträglichkeit gab es geringe Unterschiede. Nebenwirkungen traten auf unter:
Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren meistens mild und endeten ohne Behandlung. Insgesamt gab es vier schwerwiegende Nebenwirkungen.
Das Autorenteam folgert aus diesen Ergebnissen, dass die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei HWI überdacht werden sollte: Die Einzeldosis dieses Wirkstoffs war in der Untersuchung am wenigsten wirksam. Bei insgesamt guter Verträglichkeit habe Nitrofurantoin am meisten überzeugt.
Therapieentscheidungen sollten immer mit einem Arzt, einer Ärztin besprochen werden. Welches Antibiotikum sich konkret für wen am besten eignet, kann auch von Vorerkrankungen und anderer Medikation abhängen.
Quelle: DOI 10.1016/S0140-6736(25)02171-3
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