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Erst AstraZeneca, dann Biontech: Impfstoffwechsel sorgt für mehr Nebenwirkungen

PZ/NK  |  17.05.2021

Für viele unter 60-Jährige, die schon eine Dosis des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten haben, steht bald die zweite Impfung an. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) soll bei ihnen wegen seltener, aber gravierender Nebenwirkungen auf einen mRNA-Impfstoff gewechselt werden. Nun gibt es erste Daten zu den Impfreaktionen nach einem solchen Wechsel.

Frau, liegt auf der Couch und misst Fieber.
Gerade bei Jüngeren kommt es nach der Covid-19-Impfung gelegentlich zu Impfreaktionen wie Fieber. Diese können heftiger ausfallen, wenn zwischen den Impfstoffen gewechselt wird.
© sorrapong/iStockphoto

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das berichten Forscher um Dr. Robert Shaw von der Universität Oxford im Fachjournal "The Lancet". Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler.

463 Freiwillige hatten im Abstand von vier Wochen zwei Impfdosen erhalten: entweder zuerst das Präparat von AstraZeneca und dann das von Biontech/Pfizer oder umgekehrt oder jeweils zwei Dosen des gleichen Impfstoffs. Bei den homologen Impfserien (zweimal AstraZeneca in vier Wochen) waren die Impfreaktionen nach der ersten Dosis höher. Wer zweimal Biontech erhielt, hatte dagegen bei der zweiten Dosis mehr Reaktionen wie Fieber oder Schüttelfrost. Wurde der Impfstoff gewechselt, traten mehr Impfreaktionen auf:

  • Erst AstraZeneca, dann Biontech: Fieber bei 34 Prozent der Geimpften
  • Erst Biontech, dann AstraZeneca: Fieber bei 47 Prozent
  • Zweimal AstraZeneca: Fieber bei 10 Prozent 
  • Zweimal Biontech: Fieber bei 21 Prozent 

Ähnliche Anstiege wurden für Schüttelfrost, Fatigue, Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein und Muskelschmerzen beobachtet. Die meisten Reaktionen traten innerhalb von 48 Stunden nach den Impfungen auf. Schwere Nebenwirkungen wie Thrombosen wurden nicht beobachtet.

„Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Gabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt“, sagte Matthew Snape von der Universität Oxford, der die Studie leitet. Zu beachten sei auch, dass die 463 Probanden in der Zwischenauswertung im Durchschnitt 57 Jahre alt waren und somit zu einer Altersgruppe gehören, in der Impfreaktionen weniger stark ausfallen als bei Jüngeren. In Deutschland ist der Impfstoffwechsel aktuell aber gerade für Jüngere vorgesehen. Wie gut die Wirksamkeit der Impfung bei einem Wechsel ist, wurde noch nicht ausgewertet. Die Daten hierzu würden im Juni erwartet.

Quelle: 10.1016/S0140-6736(21)01115-6

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