Kortison-Nasenspray rezeptfrei: Ein Apotheker erklärt Risiken und die richtige Anwendung

Fabian Henkel  |  27.02.2026 15:18 Uhr

Wer von Heuschnupfen betroffen ist, kennt es: Ständiges Niesen und eine laufende Nase beeinträchtigen den Alltag in der Allergiezeit enorm. Rezeptfreie Kortison-haltige Nasensprays können helfen, aber haben die nicht Nebenwirkungen?

Junge Frau, nutzt Nasenspray.
In der Heuschnupfen-Zeit kann Nasenspray mit Kortison auch über mehrere Wochen verwendet werden, ohne dass es zu einem Gewöhnungseffekt kommt.
© dragana991/iStockphoto

Heuschnupfen: Was hilft wirklich gegen Niesen und laufende Nase?

Ständiges Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase und gereizte Schleimhäute stellen während der Allergiezeit für viele eine große Belastung dar. Vor allem bei einer Pollenallergie können die Beschwerden über Wochen oder sogar Monate anhalten. Es gibt jedoch wirksame und gut verträgliche Behandlungsmöglichkeiten.

Kortisonhaltige Nasensprays: Mittel der Wahl bei allergischer Rhinitis

Bei einer allergischen Rhinitis, also dem klassischen Heuschnupfen, empfehle ich in der Apotheke häufig kortisonhaltige Nasensprays. Diese sind rezeptfrei erhältlich und gelten heute als Mittel der Wahl bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden.

Die meisten Präparate enthalten den Wirkstoff Mometason, seltener Fluticason oder Beclometason. Diese Wirkstoffe wirken direkt in der Nasenschleimhaut entzündungshemmend. Sie reduzieren die allergische Reaktion auf Pollen und lindern Symptome wie Niesen, Naselaufen und Verstopfung spürbar.

Ein wichtiger Punkt: Diese Nasensprays eignen sich gut für die längerfristige Anwendung während der Allergiesaison. Entscheidend ist die regelmäßige Nutzung, denn nur so kann sich die volle Wirkung entfalten. Viele Patienten berichten, dass sich ihre Beschwerden bereits nach wenigen Tagen deutlich bessern.

Anwendung von Nasenspray: So wirkt es optimal

Damit ein kortisonhaltiges Nasenspray zuverlässig hilft, kommt es auf die richtige Anwendung an:

  • Vor dem ersten Gebrauch das Spray einige Male außerhalb der Nase betätigen, bis ein feiner Sprühnebel entsteht.
  • Das Fläschchen vor jeder Anwendung gut schütteln.
  • Vor dem Sprühen die Nase gründlich schnäuzen, damit der Wirkstoff die Schleimhaut gut erreicht.

Ist Kortison im Nasenspray gefährlich?

Viele Patienten reagieren zunächst skeptisch, wenn sie hören, dass das Nasenspray Kortison enthält. Der Begriff ist oft mit Berichten über starke Nebenwirkungen verbunden, wie man sie von hoch dosierten Kortison-Tabletten kennt.

Bei kortisonhaltigen Nasensprays ist die Situation jedoch eine andere. Der Wirkstoff wird lokal in der Nase angewendet. Nur ein sehr geringer Anteil gelangt in den Blutkreislauf. Deshalb gelten diese Präparate in der Regel als sehr gut verträglich. Schwere systemische Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung nicht zu erwarten.

Gelegentlich kann es zu leichten lokalen Reizungen oder Nasenbluten kommen. In den meisten Fällen lassen sich solche Beschwerden durch eine angepasste Anwendung vermeiden.

Frühzeitige und konsequente Therapie in der Allergiesaison

Wer unsicher ist oder trotz Behandlung weiterhin starke Beschwerden hat, sollte sich in der Apotheke beraten lassen oder ärztlichen Rat einholen. Eine frühzeitige und konsequente Therapie hilft, die Allergiesaison deutlich entspannter zu überstehen.

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