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Corona-Impfung: Meist milde Nebenwirkungen bei Kindern

dh/PZ/LH  |  09.02.2022

Mitte Dezember 2021 starteten die Covid-19-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Nun hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erste Daten zu Nebenwirkungen und Impfreaktionen in dieser Altersgruppe veröffentlicht.

Kleines Mädchen mit Pflaster.
Seit Dezember werden auch Kinder von 5 bis 12 Jahren gegen das Coronavirus geimpft.
© triocean/iStockphoto

Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber und ein Anschwellen der lokalen Lymphknoten zählen laut des aktuellen Sicherheitsberichtes des PEI zu den häufigsten Impfreaktionen. Die Nebenwirkungen waren nach der zweiten Impfung stärker als nach der ersten Dosis.

Insgesamt erhielt das Institut etwa 500 Verdachtsmeldungen. Obwohl für Kinder unter zwölf Jahren bisher nur der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer in einer kindergerechten Dosis zugelassen ist, gab es dabei auch einige Meldungen, bei denen Kinder eine Dosis eines anderen Impfstoffes erhielten. Erstaunlich ist auch, dass ein Fünftel der Meldungen Kinder unter fünf Jahren betrafen, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist. In diesen Fällen haben Ärzte offenbar „off-Label“ geimpft: Das bedeutet, dass ein Arzneimittel bzw. ein Impfstoff eingesetzt wird, für den es noch keine offizielle Zulassung gibt. Allerdings sind einige dieser Fälle auf Babys zurückzuführen, bei denen die Mutter eine Impfung während des Stillens erhielt. Das PEI gibt diesbezüglich auch Entwarnung, denn die aufgetretenen Nebenwirkungen wurden alle als „nicht schwerwiegend“ eingeordnet.

Verdachtsmeldungen, die als schwerwiegend einzuordnen sind, traten in fünf Fällen auf. Dazu zählen neu aufgetretener Typ-1-Diabetes, eine Abnahme der Blutplättchen, die für die Blutgerinnung essentiell sind, sowie Fieber mit Erbrechen oder einem Ohnmachtsanfall.Lediglich in knapp 8 Prozent der gemeldeten Fälle, waren die Kinder noch nicht vollständig wieder genesen. Über einem bleibenden Schaden oder einen Todesfall konnte nicht berichtet werden.

Herzmuskelentzündungen vor allem bei Jungen zwischen 12 und 17 Jahren

Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung betrafen besonders männliche Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren. Die meisten Fälle traten nach der zweiten Dosis auf. Bei Mädchen sind die Meldungen nach beiden Impfungen ausgeglichen. Dies ergibt eine Rate von:

  • Jungen: 5,1 Fällen pro 100.000 Impfungen
  • Mädchen: 0,6 Fällen pro 100.000 Impfungen

Die meisten Betroffenen habe sich zum Zeitpunkt der Meldung bereits auf dem Weg der Besserung befunden oder sei schon wieder genesen. Allerdings wurde auch ein Todesfall und bei einem weiteren von bleibenden Schäden berichtet. Bis Ende Dezember 2021 gab es keine Meldung über eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung nach Erhalt einer dritten Impfung.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in Deutschland für die Sicherheit der Impfstoffe zuständig. Ihm werden Nebenwirkungen gemeldet, die beurteilt und in regelmäßigen Abständen in einem Sicherheitsbericht veröffentlicht werden.

Quellen: PEI Sicherheitsbericht vom 7.2.2022

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