ArzneimittelGesundheit

Mpox-Viren: Verfügbare Medikamente wirken gut

NK  |  09.01.2023

Die drei gängigen antiviralen Medikamente zur Behandlung von Mpox-Viren (Affenpocken-Viren) wirken auch gegen die Viren des derzeitigen Ausbruchs. Dies berichten Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der University of Kent im britischen Canterbury.

Forscher beim Forschen.
Im vergangenen Jahr fand zum ersten Mal ein großer Mpox-Ausbruch außerhalb von Afrika statt.
© monkeybusinessimages/iStockphoto

Bis vor kurzem kamen Mpox-Viren nur in bestimmten Teilen Afrikas vor, wenn sich Menschen durch Kontakt mit Wildtieren infizierten. Im Mai 2022 fand jedoch zum ersten Mal ein großer Ausbruch außerhalb von Afrika statt; die Viren verbreiteten sich ausschließlich durch die Übertragung von Mensch zu Mensch. Dieser andauernde Ausbruch hat bisher mehr als 100 Länder erreicht und wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO als „Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ eingestuft. Die Krankheitsfälle unterschieden sich nicht nur in seinem Übertragungsweg, sondern auch in der Krankheitssymptomatik von den bisherigen Ausbrüchen. Diese Unterschiede im Verhalten des Virus gaben Anlass zu Befürchtungen, dass sich die derzeit zirkulierenden Affenpockenviren soweit verändert hätten, dass sie auf die verfügbaren Medikamente nicht mehr ansprechen würden.

„Wir waren wirklich besorgt, dass sich das Virus so verändert haben könnte, dass es resistent gegenüber den gängigen Therapien geworden wäre. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall“, sagte Studienautor Prof. Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie, Goethe-Universität Frankfurt/Universitätsklinikum Frankfurt. Das Forscherteam hatte Mpox-Viren von zwölf Patienten des aktuellen Ausbruchs isoliert und in Zellkulturen vermehrt. Anschließend wurden die Isolate auf ihre Empfindlichkeit gegenüber drei verfügbaren Medikamenten zur Behandlung von untersucht: Tecovirimat, Cidofovir und Brincidofovir. Die Ergebnisse zeigten, dass alle 12 Isolate weiter auf die Behandlung mit klinisch erreichbaren Konzentrationen der üblicherweise verwendeten Medikamente ansprachen.

Das mpox-Virus ist mit dem Pockenvirus (Variola Virus) eng verwandt, das bis zu seiner Ausrottung durch Impfung Ende der 1970er-Jahre große Ausbrüche mit hohen Todesraten verursacht hat. Während die heute ausgerotteten Pocken einen sehr schweren Krankheitsverlauf mit einer Sterberate von etwa 30 Prozent verursachten, sind Mpox eine mildere Erkrankung. Trotzdem beträgt die Todesrate noch etwa drei Prozent.

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