Arzneimitteldatenbank

Krampfadern

Was ist das? - Definition
Oft als Folge chronischer Venenschwäche können sich oberflächliche Venen weiten und als verdickte, geschlängelt verlaufende, knotige Krampfadern sichtbar werden. Zumeist betrifft dies Venen der Beine. Bleiben in ihrer Funktion eingeschränkte Venen unbehandelt, kommt es zu Oedemen, Hautveränderungen oder offenen Wunden der betroffenen Gliedmassen, Venenthrombosen und schlimmstenfalls sogar zu einer Lungenembolie.



Krankheitsbild
Wenn sich, meist als Folgewirkung chronischer Venenschwäche, oberflächliche Venen weiten, können Krampfadern entstehen. Meist treten sie in den Beinen auf. Geht es dabei um kleinste Venen und ihre Verästelungen, bilden sich die nur optisch störenden Besenreiser. Verdicken sich grössere oberflächliche Venen, treten diese mit der Zeit geschlängelt, teils knotenartig sowie sicht- und tastbar hervor. Insgesamt verschlechtert sich die Durchblutung des betroffenen Gewebebereiches. Möglicherweise bilden sich in den betroffenen Venen auch Gerinnsel, die zu Entzündungen, Rötungen und Schmerzen führen.

Krampfadern treten in der Regel unabhängig von anderen Krankheiten auf. Es ist aber auch möglich, dass sie beispielsweise infolge einer schweren Herzschwäche oder vergleichsweise rasch nach einer tiefen Venenthrombose entstehen und für Letztere ein Warnzeichen sind.

Symptome/Verlauf
Krampfadern sind als Venen in ihrer Funktion eingeschränkt, so dass sie "verbrauchtes" Blut nicht mehr effektiv genug aus dem Gewebe in Richtung Herz abtransportieren können. Die Patienten haben Schmerzen, spüren ein Schwere-, Druck- und Spannungsgefühl in den betroffenen Beinen. Auch typisch: Schwellungen im Bereich der Knöchel und Unterschenkel. Die Beschwerden verschlimmern sich nach längerem Stehen oder Sitzen, bei sommerlicher Wärme sowie abends.

Folgen/Komplikationen
Bleiben eine Venenschwäche und dabei entstehende Krampfadern unbehandelt, kann sich die Haut der Unterschenkel, in denen geschädigte Venen verlaufen, mit der Zeit möglicherweise braun verfärben. Es kann zu Geschwüren vor allem im Bereich der Fussknöchel kommen.

Eine weitere mögliche Folge chronischer Venenschwäche besteht darin, dass sich innerhalb geschädigter Venen - häufig in Krampfadern - Gerinnsel bilden, die man sich wie winzige Wundschorfpartikel vorstellen kann. Mediziner bezeichnen sie als Thromben. Diese bewirken in oberflächlichen Venen eine Entzündung mit stechenden, brennenden Schmerzen schon bei leichtem Druck auf das Gefäss. Der erkrankte Venenabschnitt ist oft als roter Strang in der Haut zu sehen.

Bei tieferliegenden Beinvenenthrombosen, die durch oberflächliche Venenthrombosen gefördert werden können, sind Schmerzen entlang der betroffenen Venen sowie Schwellungen, eine bläuliche Verfärbung und Überwärmung des Beins möglich. Mitunter liegen auch nur schwache oder keine Symptome vor. Thromben in tieferliegenden Beinvenen können unter Umständen abreissen und im venösen Blutstrom bis zur rechten Herzkammer mittreiben, weiter in die Lunge gelangen und dort Blutgefässe verstopfen. Es kommt zu einer Lungenembolie mit Luftnot und Brustschmerzen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch.

Ursachen/Risikofaktoren
Eine mögliche Ursache für Krampfadern ist eine angeborene Veranlagung zur Venenschwäche. Es gibt aber auch Risikofaktoren dafür, vor allem Übergewicht, langes Stehen oder Sitzen und Bewegungsarmut.
Bei Bewegungsarmut unterstützt die Muskulatur den Blutfluss in Venen weniger, so dass sich in ihnen womöglich Blut staut. Die Venen beginnen sich zu weiten, so dass sich Venenklappen nicht mehr richtig schliessen. Oft bilden sich dann mit der Zeit sichtbare Krampfadern. Durch eine gestörte Venenfunktion stockt zunehmend der Blutabfluss aus den Beinen zurück zum Herzen. Blut versackt in den Beinen und staut sich, es gelangt vermehrt Flüssigkeit aus Blutgefässen ins Gewebe. Besonderes im Unterschenkel- und Knöchelbereich kommt es dadurch zu Schwellungen - Oedemen. Das Risiko für Geschwüre und Venenthrombosen ist erhöht.

Mitunter sind Krampfadern nicht nur die Ursache einer tiefen Beinvenenthrombose, sie können auch als Folge einer solchen auftreten. Sie gelten dann als Warnzeichen der Thrombose ("Warnvenen").

Das kann helfen

Was der Arzt tun kann:
Ärztinnen oder Ärzte lassen sich die Beschwerden der Patienten schildern und untersuchen sie körperlich sowie bei Bedarf mit weiteren Verfahren, etwa um den Blutfluss zu messen oder die Blutgefässe zu begutachten. Zur Therapie bei Venenschwäche und Krampfadern kann das Tragen von Stütz- oder Kompressionsstrümpfen gehören, zudem Übungen und Verhaltensweisen, um den Blutfluss in Venen anzuregen. Mitunter ist es sinnvoll Krampfadern durch einen Eingriff zu ziehen oder zu veröden. Offene Geschwüre müssen nach ärztlicher Massgabe speziell behandelt werden, wenn sie nicht heilen, auch chirurgisch. Venenthrombosen werden unter anderem durch Medikamente gegen Entzündungen und Schmerzen sowie bei Bedarf mit Mitteln zur Kontrolle der Blutgerinnung behandelt, zudem durch Kompressionsverfahren oder in schweren Fällen auch operativ.

Was man selbst tun kann:
Wichtig ist, regelmässig körperlich aktiv zu sein, indem man beispielsweise mehr zu Fuss geht, Rad fährt und Treppen steigt. Lange Phasen nur sitzender oder stehender Tätigkeit gilt es zu vermeiden beziehungsweise durch Bewegungspausen zu unterbrechen. Eventuell kann man sich auch von Ärzten sowie Krankengymnasten zu Übungen beraten lassen, mit denen man die Durchblutung in den Beinen im Alltag anregen kann. Zudem sollte man die Beine im Sitzen nicht übereinanderschlagen. Akut hilft bei geschwollenen Beinen, diese über Herzhöhe hochzulegen. Werden Stütz- oder Kompressionsstrümpfe ärztlich empfohlen, sollte man sie regelmässig tragen. Hilfreich ist auch, vorhandenes Übergewicht abzubauen und das Rauchen aufzugeben. Bei Symptomen einer Beinvenenthrombose sollte man sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.


Bearbeitungsstand: 09.02.2026

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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