Sechs oder mehr Stunden Freizeitaktivität am Bildschirm sind bei jungen Erwachsenen mit einem Risiko für höhere BMI-, Blutdruck- und Cholesterinwerte verbunden. Das lassen neue Forschungsergebnisse erkennen, die auf der Jahrestagung der Amerikanischen Fachgesellschaft für Kardiologie vorgestellt werden.
Blutdruck, Cholesterin, BMI und Taillenumfang schlechter bei mehr Bildschirmzeit
Für die Studie wurden Marker der Herzgesundheit und die Gewohnheiten von 382 pakistanischen Personen im Alter von durchschnittlich 35 Jahren analysiert. Jene, die mehr als sechs Stunden täglich vor Bildschirmen saßen, hatten einen um etwa 18 mmHg höheren systolischen (oberen) Blutdruck, um 28 mg/dl höheres „schlechtes“ LDL-Cholesterin und 3,9 mg/dl weniger „gutes“ HDL-Cholesterin als Personen mit weniger Bildschirmzeit. Auch BMI und Taillenumfang waren bei längerer Bildschirmzeit höher.
Bewegungsmangel und Bildschirmzeit verstärken sich gegenseitig
Die Zusammenhänge zwischen Markern der Herzgesundheit und der Bildschirmzeit waren unabhängig von der körperlichen Aktivität. Aber es war ein Synergie-Effekt zu beobachten: Lange Bildschirmzeiten und Bewegungsmangel hatten gemeinsam einen stärkeren negativen Einfluss auf den Blutdruck und den BMI als jeder Faktor für sich. „Anders ausgedrückt: Diese Verhaltensweisen erhöhen das Risiko nicht nur einzeln – sie scheinen sich gegenseitig zu verstärken, wenn sie gemeinsam auftreten“, erklärte Dr. Zain Islam, Kardiologe am Taqi Medical Center in Hyderabad (Pakistan), in einer Mitteilung zur Studie.
Vor dem Bildschirm wird mehr geraucht
Diejenigen, die pro Tag mehr Zeit vor dem Bildschirm saßen, rauchten mehr Tabak und E-Zigaretten. Mehr als ein Viertel der Teilnehmenden mit sechs oder mehr Stunden täglicher Bildschirmzeit gab Nikotinkonsum an, verglichen mit 12 Prozent bei geringerer Bildschirmzeit.
Bildschirmzeit und körperliche Aktivität im Blick haben
„Üblicherweise konzentriert sich die Lebensstilberatung hauptsächlich auf die Förderung von Bewegung. Unsere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass eine Senkung von übermäßigem Bildschirmkonsum eine zusätzliche und eigenständige Maßnahme sein könnte“, sagte Islam. „Dies könnte zu einer differenzierteren Beratung führen – nicht nur zur Förderung körperlicher Aktivität, sondern auch zur Auseinandersetzung mit digitalen Verhaltensmustern, digitaler Gesundheit und strukturierten Grenzen für die Bildschirmzeit.“