Wärmflaschen, Körnerkissen oder Heizdecken können im schlimmsten Fall der Haut schaden, warnt die Barmer Krankenkasse. Dann könne das „Toasted-Skin-Syndrom“ auftreten, eine Hautreizung, die in der Fachsprache „Buschke-Hitzemelanose“ oder „Erythema ab igne“ heißt. Sie entsteht durch zu lange und direkte Wärmezufuhr – meist eben durch Wärmflaschen oder Heizdecken, aber auch durch erhitzte Körnerkissen, Wärmepflaster oder heiß gelaufene Laptops auf dem Schoß. Dabei wirkten bis zu 50 °C auf die Haut ein, so die Barmer. Sichtbare Verbrennungen träten nicht auf, die Haut könne dennoch Schaden nehmen – erkennbar an Verfärbungen und rotbräunlichen Mustern auf der Hautoberfläche.
Muster kann bestehen bleiben
Wie das abläuft, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer: „Durch die Hitze erweitern sich die Blutgefäße zunächst. Dadurch wird die Haut rot. Treten dann sogar rote Blutkörperchen in das Gewebe aus, lagern sich deren Abbauprodukte in der Haut ab“. Dies sei eine der Ursachen für die Verfärbung der Haut, der sogenannten Hyperpigmentierung.
Entzündungen als mögliche Folge
Zudem könne der Abbau von Zellresten eine Entzündung im Gewebe auslösen, erkennbar an leichtem Juckreiz und einer Schuppung der Haut. Ernsthafte Beschwerden verursache das Toasted-Skin-Syndrom jedoch nicht, so die Dermatologin. Wichtig sei jedoch: Wird die Wärme regelmäßig und über einen längeren Zeitraum an derselben Stelle angewendet, kann die Hautschädigung dauerhaft bleiben. Das Muster sei zu Beginn blass, verstärke sich jedoch im Laufe der Zeit.
Behandlung des Toasted-Skin-Syndroms
Die Möglichkeiten, die Hautverfärbungen zu behandeln, sind begrenzt. Salben oder Hausmittel könnten kaum etwas ausrichten. Dennoch empfiehlt Petzold, eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufzusuchen, da ernsthaftere Hauterkrankungen dem Toasted-Skin-Syndrom ähneln könnten. Dazu zählten beispielsweise Livedo racemosa („Marmorhaut“) oder Cutaneous Vasculitis, eine Hautgefäßentzündung.
Keine sichere Dauer für Wärme auf der Haut abzuschätzen
Wie lange Wärme bedenkenlos auf die Haut wirken kann, lässt sich nicht genau sagen. „Die Hauttypen sind sehr unterschiedlich und auch genetische Voraussetzungen spielen beim Auftreten des Toasted-Skin-Syndroms vermutlich eine Rolle“, so Petzold. Wer häufig Wärmezufuhr nutzt, sollte seine Haut regelmäßig kontrollieren und die Wärmequellen nicht zu stark erhitzen.
Wärme kann Spermienqualität beeinträchtigen
Ein weiteres Risiko könnte für Männer bestehen: Eine dauerhafte punktuelle Wärmezufuhr soll möglicherweise die Spermienqualität beeinträchtigen können. Sitzheizungen etwa strahlen direkt auf die Hoden ab, die für optimale Spermienproduktion eine Temperatur von ein bis zwei Grad unter der Körpertemperatur benötigen. Deshalb empfiehlt die Barmer beispielsweise Berufskraftfahrern, die Sitzheizung nicht dauerhaft auf der höchsten Stufe zu betreiben.