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Hepatitis B

Was ist das? - Definition
Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursachte Entzündung der Leber. Nach einer Infektion verläuft die Erkrankung häufig mild oder ohne erkennbare Beschwerden und heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In einigen Fällen kann sie jedoch chronisch werden und langfristig zu schweren Leberschäden führen.



Krankheitsbild
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch Kontakt mit infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, beispielsweise bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, durch Blutkontakte oder durch Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes. Eine akute Hepatitis B verläuft häufig mild oder sogar ohne erkennbare Beschwerden. Bei Erwachsenen heilt die Infektion in den meisten Fällen von selbst aus. Manchmal wird die Erkrankung jedoch chronisch. Eine chronische Hepatitis B kann über Jahre fortschreiten und langfristig schwere Leberschäden wie Leberzirrhose oder Leberkrebs begünstigen.
Symptome / Verlauf
Eine Hepatitis B kann sehr unterschiedlich verlaufen. Etwa ein Drittel der Betroffenen hat bei einer akuten Infektion keine Beschwerden. Ein weiteres Drittel entwickelt eher unspezifische, meist grippeähnliche Symptome, während beim letzten Drittel zusätzlich eine Gelbsucht auftritt. Zu den möglichen Beschwerden zählen vor allem Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelenkschmerzen sowie leichtes Fieber. Ausserdem können Veränderungen wie dunkler Urin oder heller Stuhl auftreten. Von einer Gelbsucht oder Ikterus spricht man, wenn ein bestimmtes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs nicht mehr richtig entsorgt wird und eine Gelbfärbung von Haut und Augen auftritt. Bleibt das Virus länger im Körper, handelt es sich um eine chronische Hepatitis B. Auch sie bleibt oft lange Zeit ohne deutliche Symptome. Am häufigsten berichten Betroffene über anhaltende Müdigkeit, während weitere Beschwerden meist erst bei fortschreitender Schädigung der Leber auftreten.
Folgen / Komplikationen
Eine Hepatitis-B-Infektion heilt bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst aus. In seltenen Fällen kann sie jedoch schwer verlaufen. Die schnelle und ausgedehnte Zerstörung von Lebergewebe kann zu akutem Leberversagen führen. Im schlimmsten Fall kann nur eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten. Eine chronische Hepatitis B kann langfristig die Leber schädigen. Mögliche Folgen sind eine Leberzirrhose, also eine dauerhafte Vernarbung der Leber, und ein deutlich erhöhtes Risiko für Leberkrebs. Eine zusätzliche Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus kann den Krankheitsverlauf weiter verschlimmern und schwere Leberschäden wahrscheinlicher machen.
Ursachen / Risikofaktoren
Das Virus kommt bei infizierten Menschen in grösseren Mengen im Blut vor, aber auch in Sperma, Speichel oder Scheidensekret. Viele Menschen stecken sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an. Zu den Risikogruppen zählen daher insbesondere Menschen, die häufig ihre Partner wechseln. Ein erhöhtes Risiko haben zudem Beschäftigte im Gesundheitswesen, die mit Blut oder Blutprodukten in Kontakt kommen, Neugeborene, deren Mutter infiziert ist oder Drogenabhängige durch die Benutzung von gebrauchtem Spritzbesteck.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Eine akute Hepatitis B-Infektion wird normalerweise nicht behandelt. Sie heilt bei Erwachsenen in der Regel von selbst aus. Antivirale Medikamente werden meist nur eingesetzt, wenn Anzeichen für eine stärkere Beeinträchtigung der Leberfunktion vorliegen. Die chronische Hepatitis B kann mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen und Leberschäden zu verhindern. Eine Möglichkeit ist die Therapie mit Interferon beta oder pegyliertem Interferon beta (PEG-Interferon beta) über einen begrenzten Zeitraum. Sie stimuliert das Immunsystem und kann helfen, die Virenvermehrung einzudämmen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Nukleosid- beziehungsweise Nukleotid-Analoga. Diese Medikamente unterdrücken die Virusvermehrung sehr wirksam, müssen jedoch häufig langfristig eingenommen werden.Das kann man selbst tun: Vorbeugen ist besser als behandeln. Der beste Schutz vor Hepatitis B ist die Impfung. Sie wird in Deutschland bereits im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen. Generell helfen Vorsichtsmassnahmen, eine Ansteckung zu vermeiden, wie der Gebrauch von Kondomen, das Nichtteilen von Spritzen oder anderen Gegenständen mit Blutkontakt sowie das Einhalten von Schutzmassnahmen im medizinischen Bereich.

Bearbeitungsstand: 19.03.2026

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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